In der deutschen Blogosphäre gibt es seit einigen Wochen heiße Diskussionen darüber, ob das Anti-Spam-Plugin von Akismet nach deutschem Datenschutzrecht rechtswidrig ist oder nicht. Dieser Fall erinnert an das Problem mit Google Analytics, da auch hier Daten in die USA übertragen werden. Der Einsatz von Google Analytics ist dann in Ordnung, wenn auf der Internetseite ein Datenschutzhinweis angebracht ist, der die Nutzer über die Hintergründe von Google Analytics aufklärt.
Da ich zum einen nicht warten möchte, bis jemand irgendwann einmal einen entsprechenden Datenschutzhinweis für Akismet entwirft und mich bis dahin gerne auf der sicheren Seite sehe (man kennt ja die eifrigen Anwälte in Deutschland), habe ich einen eigenen Datenschutzhinweis für Akismet geschrieben. Dieser ist schon seit einigen Tagen bei mir eingerichtet – ich habe bislang einfach nicht daran gedacht, dass es auch für euch alle nützlich sein könnte ;-)
Bei der Vorlage für den Datenschutzhinweis von Akismet habe ich mich an dem Inhalt orientiert, den man bei Google Analytics verwenden sollte, um rechtlich auf der sicheren Seite zu sein. Natürlich habe ich den Inhalt an Akismet bzw. Automattic angepasst und einige weitere Punkte hinzugefügt.
Anbei mein Entwurf für den Akismet Datenschutzhinweis:
Diese Website benutzt Akismet, einen Analysedienst von Automattic Inc. (Automattic). Akismet analysiert die Interaktionen aller Besucher auf dieser Website nach bestimmten Mustern, um ungewollte Einträge, sogenannten Spam, dem Besitzer dieser Website anzuzeigen und gegebenenfalls zu entfernen. Hierfür werden bei Interaktion mit dieser Website z.B. bei abgegebenen Kommentaren, einige Informationen über Ihren Computer (einschließlich Ihrer IP-Adresse) sowie die zum Beispiel bei Kommentaren hinterlegten Inhalte auf einen Server von Automattic in den USA übertragen, gespeichert und verarbeitet. Dies ist notwendig, um der immer größer werdenden Menge an Spameinträgen proaktiv und professionell entgegentreten zu können. Automattic wird diese Informationen gegebenenfalls an Dritte übertragen, sofern dies gesetzlich vorgeschrieben ist oder soweit Dritte diese Daten im Auftrag von Automattic verarbeiten. Durch die Nutzung und insbesondere durch Interaktion mit dieser Website erklären Sie sich mit der Bearbeitung der über Sie erhobenen Daten durch Automattic in der zuvor beschriebenen Art und Weise und zu dem zuvor benannten Zweck einverstanden.
Dieser Datenschutzhinweis für Akismet ist bei mir direkt im Impressum unter dem Datenschutzhinweis für Google Analytics zu sehen. Ich bin kein Rechtsexperte aber ich denke, dass dieser Inhalt zunächst einmal voll und ganz ausreicht, bis von Automattic direkt oder einem hiesigen Rechtsexperten eine Antwort vorliegt.
Ich halte rein gar nichts davon, Akismet deswegen abzuschalten oder zu deinstallieren. Das ist meiner Ansicht nach reine Panikmache und absolut unseriös. Wer nicht möchte, das Daten von ihm gesammelt werden, sollte sich unter Firefox das “NoScript”-Plugin installieren. Gemeinsam mit AdBlock-Plus und dem Abschalten von Cookies ist man relativ sicher vor der Datensammlungswut einiger Internetseiten. Alles kann man natürlich nicht verhindern aber wer das möchte, sollte das Internet sowieso nicht nutzen ;-)
Ich freue mich über eure Rückmeldungen und/oder Verbesserungsvorschläge. Ich werde sie in meinen Entwurf gerne einarbeiten.







Ich finde das ganze ein bißchen stark übertrieben, aber finde es gut, dass du darauf hinweist.
Wenn ich mir jetzt nurnoch Gedanken machen muss, was, wie und warum ich abgemahnt werden könnte, dann kann ich es gleich mit dem Bloggen lassen.
Danke für den Akismet Disclaimer.
Dennoch wird es langsam albern, ich habe jetzt einen Akismet, einen Google Adsense und einen Google Analytics Disclaimer.
Diverse andere Statistiktool brauchen dann wohl auch bald einen.
@Gilly
Nein, muss du nicht. Es gibt auch ausreichend Alternativen, ob mein Plugin als Antispam-Lösung oder OpenSource-Applikationen als Ersatz für Analytics, die keine Daten übers halbe Internet verschicken.
Ich bin eher mal dafür an unserem deutschen Datenschutzgesetz zu arbeiten, sonst werden unsere “muss-Mitteilungen” bald mal mehr Content aufweisen als der Rest der Domain.
Da ich weder Akismet noch Analytics nutze, komme ich um solche Disclaimer noch rum. Bei Akismet hat mich dies mit der gewerblichen Einnahmegrenze gestört. Hab überhaupt keinen Bock, dass mal jemand in meinen Finanzen zum wühlen anfängt. Da wühlen auch ohne solche Plugins schon genug “Leute” drin rum.
Vielleicht meinen die deutschen Datenschützer es auch gar nicht böse, sonst würde jede zweite Anwendung ins Internet Daten senden und dort aufbewahren. Dank dem aktuellen Stand des Datenschutzes kommen solche Dinge hoch, wie jetzt eben mit Akismet oder vor paar Monaten mit Google.
Allen die meinen, dass unsere deutschen Datenschutzgesetze etc. so dolle sind, denen wünsche ich mal eine erfolgreiche kommerzielle Webseite an den Hals, natürlich verbunden mit den ersten paar Abmahnungen, die so richtig schöne große Löcher von mehreren tausend Euros in die Tasche reißen. Und dann möchte ich mal sehen, ob Ihr das immer noch so gut findet, blos wegen einem Cookie, einem vergessenen Hinweis, einen nicht hundertprozentig gesetzeskonformes Satz, einer Angabe der Faxnummer zuviel oder ähnliches ;-)
Kein Land der Welt kackt so auf den rechtlichen “Kleinigkeiten” im Internet rum wie Deutschland. Und was ist das Ergebnis davon? Ein Haufen Ärger und tausende von Abmahnanwälten, die sich an solchen Dingen super reich stoßen. Hats was geholfen gegen den ganzen illegalen Dreck? Nö, den gibts weiterhin aber dafür kann man sich ja an Millionen von Webseitenbetreibern gesund verdienen. Das ist seit Jahren das Konjunkturpaket für Anwälte, nichts weiter.
Nur so als Hinweis: http://www.72dpiclub.de/blog/2009/01/14/akismet-abmahnung-don%C2%B4t-panic/
Wer Angst um seine persönlichen Daten hat, sollte als erstes mal die Payback Karte in die Tonne treten.
@Hanta: Guter Beitrag auf deiner Seite. Halte von Panik auch nichts und mit dem “Geschrei” bin ich vollkommen auf deiner Seite. Hatte nur keine Lust auf Diskussionen deswegen aber guter Stil ist das definitiv nicht.
Welchen Stil meinst Du?
Nicht deinen – dein Beitrag ist super ;-) Ich halte es für schlechten Stil, mit reißerischen Überschriften und Inhalten Panik zur verbreiten – und das haben einige Blogger gemacht.
Angst sells
Und ich hab die Infos ausgegraben und die Frage gestellt…
@Sergej: Finde es super, dass du die Thematik aufgegriffen hast. Und du hast meiner Ansicht nach auch keinen reißerischen Titel oder Inhalt verwendet. Das haben Andere getan ;-)
@Sergej Ich habe auch in meinem Blogbeitrag geschrieben, dass Du die richtigen Fragen gestellt hast. Sogar in Deinem Titel.
Hab noch einen Kommentar zur Klärung und mit der Bitte an die Blogger verfasst: http://playground.ebiene.de/1201/akismet-nutzung-rechtens/#comment-1176
Ich find es krass, wie sich die Leute in meinem Blog verrückt machen nur weil irgendwer irgendwas mal wieder irgendwo geschrieben hat. *lol* Wenn es “in” ist vom Hochhaus zu stürzen, werden es bestimmt auch einige machen. ;)
Naja, kein Wunder. Du hast die auch dazu aufgerufen, mitzuspringen ;)
Manche Leute sind so herrlich naiv. Das macht richtig Spaß, hier mitzulesen. ;-)
@FirstDayBlack: Ist ja gut das du hier mitliest und es dir Spaß macht :-)) Aber warum naiv?
[...] – ob nun tatsächlich notwendig oder nicht – die Möglichkeit, sich mit einem angepassten Dislaimer gegen Probleme zu schützen. Und das ist auch richtig und gut, denn auch wenn es bislang noch [...]
Ich habe mir den Textvorschlag fürs Impressum mal kopiert und bei mir eingebaut.
Eigentlich wollte ich auf Akismet verzichten, aber solange ich doch darauf zurückgreifen muss, sage ich danke für deinen Disclaimer!
@Alex & Michael: Freut mich, dass ich euch mit meinem Disclaimer helfen konnte. Sobald ich diesbezüglich etwas neues höre, werde ich es hier auf meetinx mitteilen.
[...] Akismet ist jetzt zusammen mit dem Datenschutz-Hinweis von Meetinx wieder eingeschaltet. Damit sollte jetzt auch wieder weniger Spam hier ankommen. *sigh* Zusätzlich [...]
[...] weil bereits nach 1 Minute der erste Spam in meinen Kommentaren auftauchte. Mit Hilfe des Verweißes von meetinx habe ich nun mein geliebtes Akismet wieder [...]
Wollte nur auch eben danke für diese Disclaimer-Vorlage sagen. Habe sie nun auch in meinen Datenschutz-Hinweisen untergebracht. Gute Arbeit! :)
@Konna: Freut mich, dass ich dir helfen konnte. Mal schauen, wann wir herausfinden, was es mit der Rechtmäßigkeit von Akismet auf sich hat.
Ich sag auch mal danke für den Datenschutzhinweis und bin gespannt, wie es in der Sache weiter geht.
Ich hoffe, du bleibst an der Sache dran :)
Keiner sagt mir danke, dass ich es gefunden hab ;(
;)
Was gefunden? Die Problematik mit Akismet? Hab ich schon lange vorher:
http://www.greensmilies.com/2008/10/23/ich-mach-schluss-mit-akismet/
Und andere vor mir auch schon…
Yeah, yeah, Schwanzvergleich :dance
@Marja: Du meinst wohl Spamvergleich :-))
Und wieder geht ein Stück Freiheit. Man könnte so viele Dinge ganz einfach mit einer Mail lösen oder auch einfach lassen, weil keinem ein Schaden entsteht, aber immer öfter muss die Keule Abmahnung ausgepackt werden und wer im ersten Schreck nicht zum Anwalt geht sondern etwas unterschreibt, der kann dann zahlen.
@ Rudi
Zahlen RA gut für SEO?
@Rudi: Da hast du recht. Leider gibt es immer noch genügend Anwälte, die sich über diesem Wege eine goldene Nase verdienen möchten.
@Michael: Habe es gesehen und den Link entfernt ;-) Danke…
[...] die der Kommentator gar nicht bemerkt, wie zum Beispiel Akismet (hier im Einsatz, aber Achtung: Datenschutzdebatte) oder auch Antispam Bee (keine eigene [...]
Die ganze Debatte um den Datenschutz bei Akismet-Nutzung ist an mir bis heute vorüber gegangen… Um so mehr hab ich mich über diesen Beitrag gefreut. Ich habe mir auch gleich mal Deinen Disclaimer geschnappt und wiederverwertet. Danke!
[...] kann man eigentlich nichts falsch machen. Wer dennoch Akismet weiter nutzen will, der sollte einen Datenschutzhinweis in seinen Blog oder Impressum [...]