Heute möchte ich eine neue Reihe bei meetinx ins Leben rufen: Best Of Old Games. In Zeiten immer besserer Grafik und immer komplizierterer Mechanismen werden viele in meinem Alter (oder etwas jünger oder älter) sich an die Zeit erinnern, als es eben nicht nur um die fantastische Grafik oder die coolste Aufmachung ging, sondern vornehmlich um das Spiel selbst. In dieser Reihe werde ich in Zukunft Spiele aus meiner Kindheit posten, die ich bis heute nicht vergessen habe und die mich noch heute faszinieren. In meinem heutigen ersten Beitrag zum Thema geht es um:
Another World (US-Titel: Out of this World)
Another World habe ich damals auf meinem heiß geliebten Amiga 500 gespielt. Es sorgte im Jahr 1991, als es veröffentlicht wurde, für riesiges Aufsehen. Nicht nur wegen der Grafik, die seinerzeit einfach nur außergewöhnlich war, sondern wegen der weichen Animationen und natürlich wegen des ungewöhnlichen Spielverlaufs. Das Spiel erinnerte mich damals irgendwie an einen interaktiven Kinofilm. Man sah keine Lebens- oder Energiebalken, es gab keine Punkte oder sonstwas. Wenn man von irgendwas verletzt oder getroffen wurde (sei es durch das Monster zu Beginn des Spiels, einer Schlange – oder war es ein Wurm – oder durch Lianen) dann war man einfach tot. Fertig. Die Sequenz musste noch einmal von Anfang an gespielt werden.
Es gab nicht mal ein Menü, auf das man während des Spiels zugreifen musste. Einfach nur das Spiel – mehr nicht. Vor allen Dingen die grandiosen vollanimierten Zwischensequenzen waren einfach nur der Hammer. Ich glaube alleine das Intro habe ich mir seinerzeit hundert Mal angesehen.
Worum es in der Geschichte geht? Da verweise ich mal auf Wikipedia, die das sehr schön erläutert haben:
Der Spieler schlüpft in die Rolle von Lester Knight Chaykin, einem jungen, brillanten, rothaarigen Physiker. Als er sich in einer stürmischen Nacht in seinem Hi-Tech-Labor an einen Antimaterie-Versuch wagt, wird sein Teilchenbeschleuniger von einem Blitz getroffen und der Professor findet sich in einer Parallelwelt wieder. Dort trifft er auf ungesellige Planetenbewohner, welche ihn nach erfolgreicher Flucht vor einer löwenähnlichen Kreatur gefangennehmen (Obwohl die humanoiden Wesen primitiv wirken, verfügen sie über eine eindrucksvolle Technologie wie Laserwaffen und Anti-Schwerkraft-Geräte. Diese könnten allerdings von einer vorangegangenen Zivilisation gestohlen worden sein). In der labyrinthischen Alienstadt muss man sich zunächst aus einem Käfig befreien, Wachen geschickt ablenken, Fallen umgehen, einen Gefangenen als Helfer auftreiben, Transportmittel und Waffen benutzen, um von einem Bildschirm erfolgreich zum nächsten zu gelangen. Es wird „Screen für Screen“ umgeschaltet.
Ich habe seinerzeit Tage damit verbracht, Level für Level voranzukommen. Und das war nicht immer einfach. Man muss manchmal richtig viel Zeit verbringen um herauszufinden, wie es weitergeht. Und einige Dinge habe ich nur mit Freunden von mir herausgefunden. Eine Szene, die ich nie vergessen werde war, als man zusammen mit einem Alien in einen Käfig gesperrt wird und immer wieder links und rechts schwingen muss, bis der Käfig von der Decke reißt und den Wärter unter einem begräbt.
Durch Google und andere Suchmaschinen (oder vielleicht in einem meiner älteren Beiträge) kann man das Spiel noch finden und auch auf modernen Computern spielen. Ich habe es gestern mal wieder probiert und konnte erst nach einer dreiviertel Stunde damit aufhören. Die Faszination ist immer noch da. Und das macht einen wahren Klassiker aus.
Und für all diejenigen, die das Spiel nicht kennen oder keine Zeit haben, es mal wieder zu spielen, habe ich hier bei YouTube einen schönen WalkThrough gefunden, der das gesamte Spiel in seiner gesamten Länge und seiner vollen Pracht zeigt. Genießt es einfach, wie einen Kinofilm – in satten 23 Minuten:
Another World (US-Titel: Out of this World), Eric Chahi, 1991, Delphine Software International







[...] Teil 1: Another World – 1991 [...]
Ach ja, die frühe Games Geschichte. Oder eher die Jungsteinzeit der Games – die ersten Spiele bestanden ja nur aus Text … ;-) In Berlin wurde übrigens mittlerweile ein Museum zu diesem Thema eröffnet. Wäre sicher mal einen Besuch wert … ;-)
Es ist schon komisch, dass die alten Spielen wieder heutzutage auftauchen. Denn es gibt jetzt tausend mal bessere Spiele, dessen Grafik ein realistisch ist.