Die Firma Citroen hat vor einiger Zeit eine Werbung auf verschiedenen Medienkanälen veröffentlicht, die mehrere Hundert Schweine zeigen, welche sich durch den Werbespot bewegen. Die Schweine stilisierten unsere Autos in der heutigen Zeit genau mit ihren tollen Vor- und ihren nervigen Nachteilen. Die Schweine “parkten” an Parkplätzen, standen im Stau oder tankten. Eine sehr kreative Art und Weise, für sein Produkt zu werben. Citroen hat mit dieser Werbung einiges an Aufsehen erregt. Nachfolgend der Werbespot hierfür:
Wie auch ich finden immer mal wieder Blogger tolle Werbefilmchen, über die sie berichten. Mal wird kritisiert, mal in den Himmel gelobt. Genau so, wie ich das auch mache. Vor einigen Tagen hat das auch Miguel, ein Blogger bei SegaPro, getan. Der Titel zu seinem Posting lautete denn auch: Schweinegrippe durch Citroen ausgelöst. Der Titel sagt erst mal einiges über den Inhalt aus. Zumindest macht er sehr neugierig darüber. Also gehen wir mal zum Inhalt:
Citroen drehte vor langer zeit mit Hunderten von Schweinen in Mexiko ein Werbevideo. Die verwendeten Schweine wurden während der Dreharbeiten massiven körperlichen und seelischen Belastungen ausgesetzt. Einige der Schweine überstanden diese Tortur nur mit bleibenden gesundheitlichen Schäden. Diese in Mexiko zurückgelassenen, geschwächten Exemplare waren besonders anfällig auf eine Ansteckung mit dem Virus. Sie waren auch die ersten Sauen, bei denen der Schweinegrippenvirus eindeutig festgestellt werden konnte. Noch wird rechtlich geprüft, ob Citroen finanziell zur Rechenschaft gezogen werden könnte.
Jetzt stehen wir vor der großen Problematik: Ist das wirklich so, was da geschrieben wurde? Verfügt SegaPro über Insider-Informationen? Oder ist es nur ein sehr makabrer Scherz? Ich persönlich bin zunächst davon ausgegangen, dass tatsächlich stimmt, was da steht, auch wenn keine Quelle genannt war. Es wies nichts darauf hin und es hätte ja durchaus sein können, dass einige Schweine mit dem Virus etwas zu tun gehabt haben. Alles in allem keine sehr positive PR für Citroen. Und die sahen das genauso. Der Beitrag ist ihnen nämlich aufgefallen und sie haben deutlich gemacht, dass sie es ganz und gar nicht lustig finden, wenn es denn ein Scherz sein sollte. Hier die komplette Antwort von Citroen direkt im Kommentar zu dem Thema:
Da wir diesen hübschen Beitrag gerade zufällig entdeckt haben, möchten wir alle Schweinefans beruhigen.
1. Der Werbespot wurde nicht in Mexiko gedreht, sondern in Südafrika. Dort grassiert alles mögliche, aber die neue Grippe ist nach unseren Informationen weniger verbreitet als in Mexiko.
2. Professionelle Tiertrainer und Veterinäre haben während der Dreharbeiten darauf geachtet, dass die Tiere nicht zuviel Stress litten. Sonst hätten die Viecher nämlich nie das gemacht, was wir von ihnen wollten. Nur Menschen funktionieren unter Stress einigermaßen zuverlässig.
3. Als der neuartige Virus vom Stamme H1N1, Typ A, der zurzeit von manchen Leuten “Schweinegrippe” genannt wird (und von anderen lieber nicht, weil die Koteletts verkaufen), waren unsere Schweine, abgesehen davon, dass der Atlantik, der Äquator und noch so manches zwischen ihnen und dem Virus lag, bereits aus anderen Gründen aus dem Leben geschieden. Auch in Südafrika werden Schweine selten Rentner.
Also: die Story ist zwar nett erfunden, aber leider ziemlich falsch. Und wir finden sie auch nicht lustig. Wir glauben, da muss ein echtes Schwein dahinter stecken. Mit zwei Beinen.
Beste Grüße von Citroën.
Wie wir sehen, hat Citroen zu dem Thema sehr souverän und klug reagiert. Anstatt gleich eine Abmahnung wegen Verbreitung falscher Tatsachen rauszuschicken, wurde ein Posting geschrieben, welches die Hintergründe aufklärt und – viel wichtiger – deutlich macht, dass sie es nicht lustig finden, was dort geschrieben wurde. Und ich gebe dem Unternehmen hier mal deutlich recht. Es ist immer absolut in Ordnung, wenn ich einen Werbespot gut oder schlecht finde und beschreibe, warum es so ist. Das ist normale Meinungsäußerung. Es hört jedoch dann auf, wenn ich eine erfundene Geschichte irgendwo poste und dann nicht einmal klarstelle, dass es sich hier um Satire handelt. Einen nicht ernst gemeinten Beitrag, der die Leute zum lachen bringen soll. Und genau das war hier der Fall.
Es sah aus wie ein ernsthafter Beitrag und viele Leute haben das vielleicht genau wie ich zunächst sehr ernst genommen. Und das bleibt natürlich im Kopf. Ein negativer Punkt, der beim nächsten Autokauf vielleicht mitentscheidend ist. Was kann ich zum Schluss dazu sagen? Vorsicht bei solchen Dingen. Lustige Satire sollte klar gekennzeichnet sein, dass es auch wirklich jeder versteht. Ansonsten kann das ganz schnell sehr teuer werden. Klar ist aber auch: Citroen hat super reagiert und eben nicht gleich seine Anwälte losgeschickt, um das Problem zu klären. In meinen Augen ist das Unternehmen da sehr modern und freundlich zu Werke gegangen. Miguel hat auf den Eintrag reagiert und wird in Zukunft darauf achten. Und das sollte jeder, der seine Meinung so posted, dass sie wirklich die ganze Welt lesen kann…








Wow, sehr souveräne Reaktion von Citroen, wenn nur jedes Unternehmen so reagieren würde. Das schafft definitv einen besseren Eindruck als eine sofortige Abmahnung.
Citroen umgeht Abmahnung und klärt Problem direkt mit Blogger…
Ein Blogger schreibt eine vermeintliche Satire über eine Werbung von Citroen. Darin beschreibt er a…
Souveräne Reaktion von Citroen. Steigert den Sympathiefaktor und macht den Angreifer dezent zum Narren. Schön.
[...] bei meetnix, gefunden über [...]
nett von citroen, aber an sich gesehen finde ich es auch nicht ok, wenn jemand einfach irgendetwas in seinem blog schreibt, über das er nicht bescheid weiss.