Seit einiger Zeit wird im deutsprachigen Internet diskutiert, ob und welche Daten der Nutzer verarbeitet und eventuell weitergegeben werden. Die Diskussion gab es bereits vor einigen Monaten schon einmal, als es um Google Analytics ging und erreichte seinen vorläufigen Höhepunkt damit, dass Akismet bei Blogs wohl auch Daten in die USA schickt und einige Personen damit nicht zurechtkommen. Interessanterweise – und diesen Seitenhieb möchte ich mir nicht nehmen lassen – ist die letztgenannte Diskussion erst dann aufgeflammt (und wird schön weiter mit Feuer versorgt), seitdem ein Entwickler ein Konkurenzprodukt veröffentlicht hat. In fast jedem Blog, der das Thema Akismet und das Konkurenzprodukt erwähnt, meldet sich der Entwickler zu Wort und verteidigt sein Produkt wehement.
Heute lese ich, dass man ja ganz einfach als Nutzer erkennen könne, ob eine Seite Analytics oder Akismet einsetzt. Und auch hier hat der Entwickler des Konkurenzproduktes wohl fleißig mitgeholfen, den Beitrag zu verfassen. Jetzt kann man also sehen, ob eine Seite Analytics einsetzt oder nicht. Bravo – und nun?
Will man nun jede Seite meiden, die Analytics oder Akismet einsetzt? Sollen nur noch die Seiten aufgesucht werden, die “vermeintlich” keine Daten in die USA schicken? Und was machen wir mit Payback, Kreditkartenzahlungen? Gehen teilweise auch in die USA. Und wie schaut es aus mit der Nutzung nicht-deutscher Computer? Apple, Lenovo, Acer und Co? Verschicken die auch heimlich Daten? Was machen wir nun alle? Mit Schreibmaschine schreiben? Oder mit Rauchwolken? Oh nee…die kann ja auch jeder lesen.
Ich finde, man kann es auch ordentlich übertreiben. Wer nicht will, dass Daten über ihn bekannt werden, der wird in Deutschland rein gar nichts dagegen tun können. Alleine in dem Moment wo man ins Internet geht und/oder Mails verschickt (und empfängt) werden diese Daten gesammelt. Sicher – in Deutschland ist der Datenschutz höher angesiedelt als in den USA. Und wenn es möglich ist und man eine gleichwertige Alternative hat, dann ist es gut, das vorherige Produkt zu ersetzen. Meiner Ansicht nach gibt es in diesem Fall keine Alternative zu Google Analytics, die mich genauso gut, umfassend und aktuell über die Nutzer der Webseite informiert. Und meiner Ansicht nach gibt es aktuell keine bessere Lösung als Akismet.
Wer damit ein Problem hat, dass ich beide Produkte auch weiterhin nutze, der sollte dieser Seite einfach fern bleiben. Ich mache mir aus diesen Datensammlungen nicht so viel. Wenn ich alleine bei Google schon sehe, wie viel bei dem Wort “meetinx” oder “Alper Iseri” ausgepuckt wird, dann sind diese beiden Produkte für mich nur ein Tropfen auf dem heißen Stein. Und damit kann ich leben…







Viele die Panik haben das Daten nach USA verschickt werden, stellen ganz selbstverständlich ihre Urlaubsvideos/Fotos u.a. in Netz.
Ich kann Dich ja sehr gut verstehen ;-)
Die einzigen Probleme in solchen Plugin sehe ich rechtlicher Natur (Abmahngefährdung), wenn nicht entsprechend darauf hingewiesen wird.
Ansonsten hast Du natürlich Recht, wir könnten uns gleich eine Plastiktüte über den Kopf ziehen und in den Wald umziehen, Computer und Telefon eliminieren etc.
Shops haben damit aber weniger Probleme, denn dort muss man beim Kauf zusätzlich zu den AGBs in die Datenschutzbestimmungen einwilligen und natürlich auch zu der Widerrufsbelehrung nicken (die muss seit einigen Monaten auch noch mal per eMail zugeschickt werden, dem Endkunden also vor der Ware zugehen, damit sie gilt). Deswegen war ich ja letztens auch so ungehalten, weil unser deutsches Rechtssystem uns Webseitenbetreiber einen Stein nach dem anderen in den Weg legt. Mit meinem Online Shop kann ich davon ja ein großes Lied trällern… ;-)
die Panik rührt doch eher daher, dass man diesbezüglich vielleicht angegangen wird, also Abmahnwelle etc…
Und wenn man es genau nimmt: will man nichts von sich preis geben, sollte man keinen Schritt vor die Tür machen und das Internet abschalten ;-)
@Crazy Girl und Andrea: Natürlich ist es rechtlich gesehen wichtig, das man sich genau informiert. Allerdings wissen wir mittlerweile was Analytics und Akismet tut. Da setzen die Blogger einen Datenschutzhinweis ein und gut ist. Da braucht man nicht noch ewig die Welle hochzupushen…
Also ich finde man sollte hier schon unterscheiden zwischen Akismet und Analytics, denn es gibt da 2 starke Unterschiede:
1. Kann ich Analytics als User bewußt blockieren. In meinem Firefox Addon lasse ich zwar bei einigen Webseiten noch Werbung zu, Analytics kann ich trotzdem noch blockieren. Bei Akismet sieht das anders aus, dies kann ich als Nutzer nicht unterbinden. Das sollte man grundsätzlich bei der Diskussion bedenken.
2. Andererseits sollte man auch sehe, wer hinter der Sache steckt. Ein Unternehmen wie Google, welches an allen Ecken und Enden Daten sammelt, hat sicherlich eine deutlich höhere Verantwortung in diesen Bereich. Akismet auf der anderen Seite wird von einer eher kleinen Firma betrieben, die Datensammlung findet hier sehr gezielt und zu einem sehr bestimmten Zwecke statt. Auch dies sollte man in der Diskussion bedenken.
Als Fazit für mich persönlich heißt dies, dass ich Analytics (und andere google Datensammler) blockiere, da mir die Datensammel- und Profilierungswut von Google schlichtweg auf die Nerven geht. Ich kann nicht nachvollziehen, was irgendwann mit den Daten passiert, weiß aber sehrwohl wie viel Daten Google bereits über mich speichert.
Bei Akismet sehe ich das ganz anders. Hier geht es nicht um die Person selbst, die hinter den Kommentaren steht, sondern vielmehr um die Bekämpfung von Spam. Es geht nicht darum von einzelnen Personen Profile zu erstellen. Auch sammelt und speichert Akismet nur sehr spezielle “relativ wenige” Daten.
Aus diesen Gründen ist Akismet für mich gar kein Problem.
Letztlich muss aber jeder für sich selbst entscheiden, wie ernst er die Sache nimmt.
Wichtig bleibt aber, dass darüber diskutiert wird, denn wir legen derzeit die Grundpfeiler für Gesetze, Regeln und Normen, die noch unsere Kindes-Kinder beschäftigen wird. Derzeit findet ein Wandell statt, erstmal in der Geschichte der Menschheit müssen wir uns mit diesen Themen auseinander setzen. Die Regeln, die wir heute aufstellen, werden mit großer Wahrscheinlichkeit in 10 Jahren, ja wahrscheinlich sogar noch in 50 und 100 Jahren Bestand haben und den Grundsatz für Entwicklungen bilden, die wir heute noch nicht einmal absehen können.
Genau aus diesem Grund erachte ich diese Diskussion als extrem wichtig, denn ohne diese Diskussion wird sich das ganze in eine Richtung entwickeln, die der freien Wirtschaft und den Politikern am Besten gefällt, nicht aber unbedingt auch das Beste für den Menschen selbst bedeutet.
So,
soviel zum Wort des Sonntags
Und ich frage mich mal wieder, warum ich das nicht als eigenen Beitrag verasse ;-)
Danke für den Artikel. Datenschutz ist aber wirklich ein Riesenthema und ich kann es gut verstehen, wenn Benutzer sich ausspioniert fühlen. Man sollte es zumindest erkennen können und selbst entscheiden, welche Infos man wo wie wann preis gibt.
Ich habe den Artikel erst jetzt gelesen, finde es aber auch sehr gut. Im Vergleich zu Konsumentenbonusprogrammen beispielsweise empfinde ich die Nutzung/ Auswertung von anonymisierten Userdaten via Analytics harmlos und absolut in Ordnung.
Hallo!
@Andre: Also Akismet speichert nicht wenige Daten sondern sehr viele und noch Personenbezogen als Analytics…z.B. speichert Akismet sogar Emailadressen und wenn das nicht Personenbezogener ist als die IP-Adress dann weiss ich nicht!
Aber man kann das ja umgehen, indem man einfach keine Spam-Kommentare schreibt!
Analytics kann man Anonym nutzen bzw. die IP-Adresse unterdrücken!
Also verstehe ich die ganze Panic nicht…
Wenn ich bei diesen Diensten die man (vielleicht) umgehen oder Blocken kann Angst hat, warum redet keiner vom Datensammeln der USA!!!???
@Andre: Weisst Du leicht was mit Deinen Daten bei der US-Amerikanischen Behörde passiert – NEIN – Genausowenig wie bei Google!
Aber ein guter Weg ist Internet abdrehen, in den Bergen in eine Höhle ziehen und Augen zu!
Dann ist man (vielleicht) sicher!!!
Das ist ja alles nur Panicmache. Ich weiss ja auch nicht was mit meinen Daten passiert wenn ich mit meiner US-Kreditkarte zahle…da weden die Daten auch von der Behörde gespeichert.
Das was wir alle wissen ist sowieso nur die Spitze des Eisbergs…und was man nicht weiss wird einfach weiter Praktiziert bis es mal an das Licht kommt und dann heisst es einfach…OK, machen wir halt nicht mehr…
Ich werde auch weiter Analytics und Akismet nutzen, nur mit dem Verweis im Impressum und damit hat es sich für mich erlädigt!
Bald wird dann vom Gesetzt bestimmt das die Indexseite die Impressumseite sein muss wegen den ganzen Verweisen auf die Dienste die man nutzt.
Schöne Zukunft die auf uns zukommt…
MfG
Csaba Nagy