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Gründung eines Bundesverbandes deutschsprachiger Blogger

By on 04.02.2009

Gerade vorgestern erst habe ich euch über meinen geplanten Workshop auf dem WordCamp in Jena erzählt, der sich mit der Gründung eines Bundesverbandes deutschsprachiger Blogger beschäftigen soll und was passiert: Netzpolitik.org wird von der Deutschen Bahn abgemahnt und schon ist das Thema in aller Munde.

Prinzipiell natürlich sehr gut, weil das die Chance erhöht, dass das Thema auch definitiv Interesse finden wird. Allerdings hilft es niemandem, jetzt Schnellschüsse zu fahren und einfach mal so ins Blaue hinein mit irgendetwas anzufangen. Gerade das passiert aber momentan. Die große Welle startet an und wird dann auch wieder abebben, genau wie Caschy es wohl auch erwartet. Aus diesem Grund sind solche aktuellen Ereignisse zwar gut, um Aufmerksamkeit für diese Sache zu bekommen – jedoch wird es wieder etliche Leute geben die meinen, dass sie helfen und was kommt letztendlich heraus: Gar nichts. Denn was notwendig ist, ist Beständigkeit und gute Organisation des Ganzen.

Die Idee zur Gründung eines Bundesverbandes deutschsprachiger Blogger ist schon seit Monaten in meinem Kopf und für meinen Workshop habe ich mir neben meinem Vortrag und der anschließenden Diskussion einiges vorgenommen. Zentraler Bestandteil ist eine Umfrage zwischen allen Leuten zu starten, die an dem Workshop teilnehmen und diese Daten dann auszuwerten. Hierfür werde ich mir, gemeinsam mit eurer Hilfe, einen Fragebogen überlegen, den ich dann jedem Teilnehmer aushändigen möchte. Daraus kann man dann ganz gut ersehen, welche Bedürfnisse und Wünsche zumindest einige zehn…vielleicht sogar einige hundert Blogger haben und daraus dann ein erfolgreiches Konzept zusammenstellen.

Was wirklich notwendig ist, damit das langfristig erfolgreich wird, ist ein Zusammenschluss von Leuten, die sich zunächst einmal einfach nur für das Thema interessieren und sich aktiv daran beteiligen möchten, dieses Thema voranzubringen. Ich würde mich sehr darüber freuen, wenn sich Leute hier melden würden, die sich in einzelnen Telefonaten (gerne auch per Skype oder so) über bestimmte Grundvoraussetzungen und Aufgabenverteilungen unterhalten. Dann hat jeder eine bestimmte Aufgabe und kann seinen persönlichen Beitrag leisten.

Im übrigen finde ich die von Carsten angesprochenen Punkte bzgl. Rechtsform, Spenden etc. sehr gut. Nur muss das in einer organisierten Form auf einer zentralen Plattform passieren. Carsten – vielleicht sollten wir als erstes Mal telefonieren ;-)

PS: Im ersten Schritt und einfach mal um einen Grundstein zu legen, habe ich die Domain BVDB.org gesichert und bereits auf meinem Server freigeschaltet. Um die Domain BVDB.de bemühe ich mich aktuell. Leider ist das nicht ganz so einfach…

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10 Comments
  1. Uwe

    04.02.2009

    Sehr schöner Beitrag.
    Wichtig ist nicht nur dass beständig dieses Thema weiter verfolgt wird, sondern eben auch gemeinsam an einem Strang gezogen wird.
    Wenn sich 2 Ströme entwickeln, ist das auch nur kontraproduktiv.

  2. Michael

    04.02.2009

    Zusammen mit dem Fellow Passenger habe ich das schon vor ein paar Jahren mal angeleiert. Das Ergebnis war mehr als ernüchternd. Vielleicht ist die Zeit jetzt aber auch reif? Ich bin eher skeptisch ganz ehrlich gesagt. Ein möglicher Weg wäre es eventuell den Themenkreis „Stadtblogs, Bürgerjournalismus, Presserecht“ etc. von vorneherein mitzubehandeln und nicht nur auf die Abmahnungen zu zielen. Wäre nett wenn Du mich über den Fortgang auf dem Laufenden halten würdest.

  3. Alper Iseri

    04.02.2009

    @Michael: Das Thema des Workshops ist eben nicht nur zum Thema Abmahnungen sondern über alle möglichen Themen, die solch ein Verband mittragen könnte. Schau mal hier.

  4. dimido

    04.02.2009

    Ein super Idee. Vielleicht hilfte es der deutschen Blogoshäre im Gesamten.

  5. Christoph

    06.02.2009

    Ich frage mich immer, wie „Blogger“ allgemein definiert wird. Laut Wikipedia „de[r] Verfasser von Beiträgen in einem Blog (Weblog)“ – und davon gibt es viele, tausende vermutlich. Und ich behaupte, die Wenigsten davon (unter Anderem ich) haben irgendwelche qualitativen Ambitionen, die für die Allgemeinwelt erkennbar sind. Das meiste sind wohl ohnehin einfach Privatblogs. Für solche Leute ergibt so ein Verband vermutlich wenig Sinn.
    Oder sind mit „Bloggern“ in diesem Fall die ganz großen in den Blogcharts vertretenen Blogger gemeint? Oder solche, die da hin kommen wollen? Das ist dann aber sehr eingeschränkt – ich lese einige Blogs, in denen nur alle zwei Wochen vielleicht mal was gepostet wird von Leuten, aber das finde ich dann meistens nicht weniger interessant als Posts von den „Großen“.
    Bitte nicht falsch verstehen, ich finde die Idee grundsätzlich nicht schlecht, aber das klingt irgendwie alles etwas unausgegohren und indefinit. Was sollen denn z.B. die Ziele der „Blogosphäre“ sein, die man ja immer gerne hätte? Darüber müsste man sich vorher klar werden, bevor man überhaupt anfängt, über eine Vereinigung nachzudenken.

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ALPER ISERI
BREMEN

meetinx.de ist ein Blog von Alper Iseri. Ich bin Berater für Digitale Medien und lebe in der Hansestadt Bremen.

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