Wie das Online-Magazin Wired berichtet, startete am heutigen Dienstag eine Gentherapie, die einen entscheidenden Durchbruch in der HIV-Forschung und -Behandlung darstellen könnte. Die Gentherapie könnte dazu führen, dass Menschen sich gegen HIV impfen lassen könnten. Doch nicht nur das: Sofern noch gesunde T-Helferzellen in dem Patienten vorhanden sind, könnten diese durch diese neue Therapie behandelt, vermehrt und dann wieder in den Körper des Menschen entlassen werden, wo sie sich nicht nur weiter vermehren sondern mit der Zeit auch den Virus vernichten könnten.
Die ersten Personen die mit dieser Behandlungsmethode als Testobjekte ausgewählt wurden sind HIV-Patienten, bei denen herkömmliche HIV-Mittel nicht mehr wirken. Diese Mittel sind mittlerweile Standard bei der Behandlung von HIV und ermöglichen es den infizierten Menschen, ein normales Leben zu führen. Sie unterdrücken das Virus, können es aber nicht besiegen…lediglich verlangsamen.
Die Idee einer Gentherapie kam den Wissenschaftlern als vor einigen Jahren bekannt wurde, dass eine kleine Anzahl von Menschen auf dieser Welt von Natur aus nicht vom HIV-Virus befallen werden können. Obwohl sie mehrmals ungeschützten Verkehr mit HIV-Positiven Menschen hatten, ist bei ihnen kein Virus nachweisbar. Wie sich herausstellte, haben die meisten Menschen auf der Welt eine bestimmte Gemeinsamkeit: Ein Gen mit dem Namen CCR5. Dieses Gen scheint sie anfällig für das Virus zu machen. Die Menschen jedoch, die scheinbar nicht an HIV erkranken, weisen eine mutierte Version von CCR5 auf und sind so geschützt.
In ersten Tests hatte sich bereits gezeigt, dass die Entfernung des Gens CCR aus weißen Blutzellen eine Infektion von menschlichen Zellen verhindern konnte. Die spezielle Technik erlaubt es, einzelne Gensequenzen quasi herauszuschneiden und so die gewünschte Wirkung zu erzielen. Die dafür notwendige Prozedur erscheint recht simpel: Man nehme einige gesunde T-Zellen aus einem HIV-Patienten, schneidet die CCR5-Gene heraus, vermehrt diese weißen Blutkörperchen in einer Petrischale und spritzt sie dem Patienten dann wieder zurück in seinen Körper. Ob es klappen wird, werden wir wohl erst in einigen Wochen oder Monaten erwarten. Aktuell ist geplant, rund 10 Milliarden dieser Zellen wieder in die Testpersonen zu spritzen.
Wenn es klappen sollte, dann haben wird der Krankheit HIV endgültig der Schrecken genommen werden. Bis dahin ist es jedoch ein weiter Weg. Wie bei anderen Medikamenten auch wird es sicher auch hier mindestens 10 Jahre dauern, bis es überhaupt eine offiziell anerkannte Behandlungsmethode geben wird, der man sich unterziehen kann. Dennoch bin ich voller Zuversicht und drücke fest die Daumen!!







Applaus für die thematische Vielfalt auf Meetinx :)
Danke für die Blumen :-)
PS: Ich glaube ich werde auch mal den Titel von meetinx verändern. Von: “Das Beste aus Werbung, Web und Marketing” in “Das Beste aus Werbung, Web und der ganzen Welt”. Hört sich doch gut an, oder? :-)
der ansatz CCR5 ist so neu nicht – wenn auch dieser therapieansatz.
nur – vorsicht. es handelt sich um eine phase-I-studie an 12 patienten, die primär ‘proof-of–concept’ ist, mehr nicht. bis sowas (wenn erfolgreich) in der praxis landet, werden jahre vergehen – bis zu Ihrem szenario “wird der Krankheit HIV endgültig der Schrecken genommen werden” ist es leider wirklich noch ein sehr sehr weiter weg…
Danke für den zusätzlichen Hinweis ondamaris. Ich bin nicht so sehr in der Thematik drin. Dennoch ist es natürlich ein großer Hoffnungsschimmer. Hoffen wir, dass die weiteren Versuche erfolgreich sein werden.
Hoffnung braucht man da auch, aber Schlagzeilen zu möglichen zukünftigen Impfungs-und Heilungsmethoden gegen das HIV gibt es seit es das HIV gibt. Das gleiche gilt für Krebs und Alzheimer und Hastenichtgesehen. Aber gerade was Gentherapie betrifft ist höchste Skepsis angebracht. Zum einen wegen der Umsetzbarkeit; so einfach das Prinzip des “mal eben Lyphozyten vom Patienten nehmen und das Gen rauszupfen” auch klingt, die Kosten für solch aufwendige Methoden wären selbst für Europäer so hoch, dass sie niemand tragen könnte/wollte (vor allem nicht die Krankenkassen)von den Ländern der Dritten Welt ganz zu schweigen. Zum anderen muss man sehr skeptisch sein was die Wirking dieser Genmanipulation betrifft. Welche Bedeutungen genau diese und jene Gene haben weiß man von fast keinem Gen so genau. Immer wieder finden die Genitiker mal Übereinstimmungen heraus beim Vorkommen von Genen und bestimmten anderen Merkmalen, wie jetzt die HIV-Anfälligkeit. Aber warum das so ist wissen sie nicht. (Zumindest steht’s nicht im Text) Wohlmöglich ist es für die Bildung eines Rezeptors verantwortlich, über den das Virus an die Lymphozyten bindet. Aber welchen Zweck er sonst erfüllt fragt dann niemand. Genau so, wie auch niemand in den Medien nach den möglichen Nebenwirkungen der neuen HPV-Impfung als Gebärmutterhalskrebs-Vorsorge fragt. Etwas was auch für Menschen der Dritte-Welt-Länder erschwinglich ist sind nach wie vor Kondome. ANGENOMMEN jeder Mann in AIDS-Regionen würde Kondome benutzen, dann würde diese Menschheitsplage sehr bald eine Seltenheit werden! Meiner Meinung ist die Aufklärung der Bevölkerung daher vorrangig vor der, vielleicht noch weitere zwei Jahrzehnte andauernden, Impfstoffsuche.
@ Labor-Assi:
danke für die kritischen anmerkungen (die ich tlw. teile)!
was ccr5 und die depletion angeht – ein geringer prozentsatz der menschen hat ‘natürlich’ entweder kein oder zu wenig ccr5 – ohne dass das nach bisherigen beobachtungen zu gesundheitlichen beeinträchtigungen führt. aus dieser beobachtung sind ja auch hier ansetzende medikamente entstanden …
aber damit sind wir doch recht weit weg von den themen-welten dieses blogs ;-))