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Ich bin ein eCommerce Social Media Projektmanagement Marketing Head Of Art Director Berater

By on 23.03.2015

In der heutigen Zeit, in der immer mehr Menschen mit digitalen Medien umgehen, sie als Teil ihres Lebens sehen und mehr und mehr selbstverständlich nutzen, erweitert sich natürlich auch der Kreis der Menschen, die sich dazu berufen fühlen, in diesem Bereich beruflich tätig zu sein. Es gibt keine Hürden, sich als irgendwas zu bezeichnen: Berater kann sich ja so ziemlich jeder nennen. Oder Experte. Oder Evangelist. Oder wie auch immer.

So ist das heute leider auch mit den digitalen Medien zu einem immer größeren Problem geworden. Jemand, der schon einmal eine private Homepage gebaut hat, ist gleich Experte für WordPress oder Joomla. Ein Praktikant, der mit TYPO3 gearbeitet hat, ist natürlich gleich ein echter Crack in Sachen Plugins. Facebook nutzt ja jeder – also ist die Welt voller Social Media Experts. Ich bin der Chef, also nenne ich mich „Head of“. Diese Liste kann man ewig so weiterführen. Fakt ist: Ein Titel sagt rein gar nichts über das aus, was der Mensch wirklich leistet oder für ein Unternehmen leisten kann. Verkauft er sich gut, ist er drin. Baut er dann Mist, ist er schnell wieder draußen. Dafür kommt der nächste, der sich dann ggf. einfach nur gut verkauft oder wirklich gut ist. Ein „Head of“ ist nicht gleich ein „Head of“. Da gibt es einfach zu viele Schwätzer im Markt. Menschen, die den Ruf von vielen ihrer „Berufsbezeichnungs“-Kollegen in den Schmutz ziehen (können).

In der heutigen Zeit muss einfach klar sein, dass es niemanden geben kann, der alles kann. Es gibt Allrounder (zu denen ich mich auch zähle) und es gibt Spezialisten. Mit all den Vor- und Nachteilen, die das Ganze mit sich bringt. Allrounder sind für übergeordnete Geschäftsprozesse, Strategien, Projekte und höhere Verantwortungsbereiche mit Sicherheit vorzuziehen, bringen sie doch einen Gesamtüberblick mit, der Spezialisten fehlt. Insbesondere die Vernetzung mit anderen Bereichen, das „in sich hineindenken“ etc. ist bei solchen Konstellationen sehr wichtig. Gleichwohl geht es nicht ohne die Experten. Den TYPO3-Programmierer, der dir genau das programmiert, was du brauchst. Den Digital Art Director, der das richtige Format, die richtige Dateigröße und die richtige Bildsprache für eine mobile Seite mitbringt. Oder aber der Social Media-Experte, der genau weiß, wie man eine Botschaft in den sozialen Medien am besten unterbringt und für Buzz sorgt.

Das geht alles Hand in Hand. Der Allrounder kann nicht ohne die Spezialisten. Und die Spezialisten nicht ohne einen Allrounder, der alles zusammen hält und in eine gemeinsame Richtung lenkt. Doch die Frage aller Fragen bleibt: Wie trennt man die Spreu vom Weizen?

Erzählen kann jeder viel. Aber vorzuweisen hat nicht jeder was. Also: Erfolge anschauen, zeigen lassen, nachprüfen. Ggf. (bei der Festanstellung von neuen Mitarbeitern) bei den vorherigen Arbeitgebern anrufen und sich erkundigen. Bei freien Mitarbeitern nach Ansprechpartnern früherer Kunden fragen, sich dort erkundigen. All das gehört in das Standardwerk, bevor man sich für eine Agentur oder einen Mitarbeiter (ob frei oder fest) entscheidet. Und dennoch: Am Ende ist der Auswahlprozess nur so gut wie derjenige, der diese neue Person, diesen neuen Partner, diese neue Agentur verantworten soll. Wenn der Verantwortliche gut ist, dann stehen die Chancen auch gut, dass es keinen Griff ins Klo gibt. Wird die Entscheidung aber von Leuten vorgenommen, die nichts von der Materie wissen (Vertriebler stellt einen Grafiker ein, Social Media Redakteur sucht einen Produktionsassistenten) oder auch niemanden hinzuziehen, der zumindest ein Breitenwissen verfügt (hier kommen wieder die Allrounder ins Spiel), dann ist das Risiko wieder entsprechend höher.

Wir alle, die wir in der digitalen Welt, in der multimedialen Welt leben und arbeiten: Wir alle haben unsere Kontakte, unsere Erfahrungen, unsere Experten in unserem Umfeld. Auch hier kann man fragen und sich helfen lassen. Leider passiert das noch zu selten. Dabei sollte man sich selber einer Sache ganz deutlich bewusst sein:

Ich kann nicht alles wissen, sollte entsprechend auch dazu stehen. Ich kann Informationen einholen, Wissen erlenen und Antworten auf Fragen durch Experten bekommen, mit denen ich eng in Kontakt stehe.

Niemals, aber auch niemals sollte man so tun, als wüsste man über ein Thema Bescheid, obwohl das nicht so ist. Am Ende leidet der Kunde und auch man selbst.

Das Meiste kommt durch Erfahrung. Und mittlerweile bin zumindest ich mir sicher, wobei ich einem Auftraggeber helfen kann und wobei nicht. Das, was ich kann, kann ich sehr gut. Das was ich nicht kann: Das sollen andere machen. Die machen das nämlich im Zweifel besser als ich.

Ich bin ein eCommerce Social Media Projektmanagement Marketing Head Of Art Director Berater.

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2 Comments
  1. Frank

    23.03.2015

    Hatte gerade bei Twitter nur den Titel des Posts gelesen und war versucht einfach nur mal „Glückwunsch“ zu posten. Nach der Lektüre des Beitrags verhält sich das ein wenig anders, letztlich kommt aber alles aufs Selbe raus: „Glückwunsch“!

  2. Paul

    23.03.2015

    Mir gefällt nicht, was das Internet und die ganze Digitalisierung mit den Menschen und der gesamten Gesellschaft macht.
    Ich sehe viele Hochstapler und Amateure sowie einen immens großen MainStream.
    Die meisten Menschen die sich für das Internet entscheiden, leiden unter deren Nebenwirkungen.

    Mir ist vieles mittlerweile egal. Ich zieh mein Ding durch und lass nur noch Gutes an mich ran.

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ALPER ISERI
BREMEN

meetinx.de ist ein Blog von Alper Iseri. Ich bin Berater für Digitale Medien und lebe in der Hansestadt Bremen.

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