Gestern Abend waren Nico und ich, wie bereits angekündigt, bei der Piratenpartei in Hamburg zu Besuch. Jeden Dienstag findet an unterschiedlichen Orten ein Stammtisch statt, zu dem jeder eingeladen ist, der dabei sein möchte – ob nun Mitglied oder nicht. Wir waren gegen 18:45 Uhr da und konnten uns noch gute Plätze sichern. Später wurde es so voll in dem Raum, dass keine Sitzplätze mehr da waren. Ich schätze mal, dass rund 50 Personen da waren. Eine stattliche Zahl, das muss ich schon sagen. Respekt. Nach dem Durchgang der Tagesordnung, die rund 1 Stunde dauerte ging es zu einer offenen Diskussionsrunde über, bei der jeder mit jedem sprechen konnte. Eine Art Stammtisch eben.
Das Erste was mir aufgefallen ist: Fast nur Männer anwesend. Ich glaube insgesamt waren es lediglich drei Frauen die anwesend waren. Die Piratenpartei scheint also eine typische Männerpartei zu sein – zumindest momentan. Zweite Auffälligkeit: Ich schätze das 90% aller anwesenden Piraten aus dem IT-Bereich kamen. Da waren es mal Programmierer, mal SAP-Berater oder Sonstiges. Gerade dieser Punkt mag zunächst nicht verwundern, da viele Punkte der aktuellen Kritik mit der IT-Branche zu tun haben. Man merkt auf jeden Fall, dass gerade die IT-Branche sich in der Piratenpartei zu versammeln scheint. Dritte Auffälligkeit für mich: Die Hälfte der Personen hat auf ihren Handys herumgetippt, anstatt sich mit Leuten zu unterhalten. Auch wieder typisch? Irgendwie schon – ich hatte so etwas ähnliches erwartet :-)) Und letzte Auffälligkeit am Schluss: Wie in allen anderen Parteien auch gibt es auch hier Wortführer die, obgleich sie noch keine große Position in der Partei haben (z.B. Vorstand oder ähnliches) bereits jetzt sehr stark auf sich selber fokussieren. Ob das immer gut oder schlecht ist, muss jeder für sich entscheiden.
Insgesamt habe ich einen zwiespältigen Eindruck von gestern Abend. Positiv fand ich, dass es eine Art Vorstellungsrunde gab, in der jeder kurz etwas von sich erzählen konnte. Aufgrund der Menge an Personen nahm es rund 30 Minuten in Anspruch, aber es hat besonders mit geholfen mal zu sehen, was für Menschen überhaupt da waren. Nico und ich haben uns nett mit einigen Leuten unterhalten und dabei festgestellt, dass einige davon (ob viele andere auch so denken weiß ich nicht) sich entweder noch nicht vollständig mit dem Parteiprogramm auseinandergesetzt haben oder sich auch gar nicht damit auseinandersetzen wollen. Die Piratenpartei scheint für einige dieser Menschen ein reiner Protest zu sein um darauf aufmerksam zu machen, dass sie mit der jetzigen Lage nicht zufrieden sind. Nun – auch über diese Einstellung mag man streiten aber es ist zumindest besser, als gar nicht wählen zu gehen. Kritisch wird es dann wenn ich in eine Partei wirklich als Mitglied eintrete und entweder selber nicht genau weiß was für Grundsätze sie hat oder aber mich nur deswegen anschließe weil sie “cool” ist. Und genau diesen letzteren Eindruck hatte ich auch bei einigen Leuten.
Der Stammtisch selber bringt nicht sehr viel um etwas über die Piratenpartei zu erfahren. Man stellt fest, dass eine Menge junger Leute dabei sind (es war auch ein älterer Herr mit ca. 70 Jahren dabei). Und man sieht, dass viele Leute in verantwortungsvoller Position sitzen, die man nie und nimmer auf die Öffentlichkeit loslassen sollte. Absolut introvertierte Leute mit keinerlei Ausdrucksstärke waren dabei wo ich einfach nur den Kopf schütteln musste. Nicht, dass ich es ihnen nicht gönne aber wenn man gerade solche “schwachen” Menschen später mal vor die Kameras lässt: Ein absolutes Grauen. Der Partei würde es nicht besser ergehen als ihrem Bundesvorsitzenden, der vorgestern bei Phoenix live von einem politischen Kontrahenten wahrlich auseinandergenommen wurde.
Und ich denke, das Problematischste an der Partei ist, dass sie durchaus gute Ziele hat, aber kaum organisiert ist und in vielen Dingen sehr unprofessionell agiert. Da werden Mailinglisten benutzt die Otto-Normalbürger vollkommen überfordern – aber es ist ja egal, denn die IT-ler kennen sich damit aus. Genau solche Einstellungen habe ich oft gestern gesehen. Die IT-ler unter sich beschließen teilweise Dinge, die für den Normalbürger ungreifbar sind. Dabei brauchen sie diese Normalbürger nicht nur als Wählerstimmen sondern sie brauchen Leute, die eben nicht aus der IT-Branche kommen und der Partei helfen, professioneller zu werden.
Ich persönlich sehe als größte Schwäche die schlechte Kommunikation, schlechte Pressearbeit (hey, die wird auch aktuell von einem waschechten IT-ler gemacht!!) und vor allen Dingen schlechte Organisation. Aktuell wirkt das Ganze wie ein Idealistenclub, der zumindest in Hamburg nichts Halbes und nichts Ganzes macht. Sie wollen sich etablieren, verschließen sich durch ihre Art zu kommunizieren doch einem großen Teil der Bevölkerung. Noch ist es einfach die Coolness die Wähler dazu bringt, die Piratenpartei zu wählen. Aber dieser Coolness-Faktor wird schnell abebben, wenn mehr und mehr Leute feststellen werden, dass die Piratenpartei als Partei an sich aktuell eigentlich nicht wählbar wäre. Die Leute im Vorstand sind keinesfalls vorbereitet auf das, was sie auf Landes- oder Bundesebene wirklich erwarten würde. Das hat man nicht nur sehr gut beim Phoenix-Interview gesehen sondern auch gestern Abend, bei der sich auch der Vorstand nicht so locker und offen gezeigt hat, wie ich es eigentlicht erwartet hätte.
Fazit für mich: Die Piratenpartei ist eine nette Idee und wirkt von Außen cooler und besser als sie von innen eigentlich ist. Die Leute, die man dort momentan sieht, sind vornehmlich IT-ler und Idealisten, die sich eine bessere Welt versprechen aber noch meilenweit davon entfernt sind, sich ordentlich zu organisieren und noch besser zu kommunizieren. Es wird Zeit brauchen und vor allen Dingen den richtigen Input durch neue Mitglieder, die vielleicht diese Schwächen mit der Zeit wegbekommen. Ich bin kein Politik-Profi. Ich kann von meiner Seite aus nur sagen, dass der Kommunikationsbereich in Hamburg aktuell nicht gut ist. Und damit meine ich sowohl die Wahlwerbung, als auch die Kommunikation auf der Internetseite als auch die Kommunikation unter den Mitgliedern. Und solange sich das nicht ändert, wird die Piratenpartei zwar massig Mitglieder bekommen, aber ob es dann auch wirklich gut ist, wenn sie später in einen Landessitz oder sogar Bundessitz haben? Ich weiß nicht.
Ich persönlich werde aus diesen Gründen nicht in die Piratenpartei eintreten. Ich weiß zwar, dass ich viele Dinge mitbringen würde, um die von mir genannten Schwächen auszubessern. Aber diese Schwächen sind so eklatant, dass ich wirklich sehr sehr viel Zeit und Nerven investieren müsste, um diese Dinge nicht nur umzusetzen sondern mich auch gegen einige sehr starke Redner durchzusetzen.
Und das sind dann auch die letzten zwei Punkte, die ich noch erwähnen möchte. Es gibt mir sehr zu denken, wenn einer dieser extrovertierten Redner (der offensichtlich aus der linken Szene zu kommen scheint) sich über seinen Bundesvorstand beschwert und sich nicht darüber wundert das er bei Phoenix auseinandergenommen wurde, weil er (O-Ton) “eben nicht auf der Straße ist”. Und es gibt mir zu denken, wenn ein Herr, der aktuell in der Linkspartei sitzt, eine Doppelmitgliedschaft anstrebt weil er meint (auch späterer O-Ton): “Nicht nur ich bin der Meinung, dass die Linkspartei und die Piratenpartei ähnliche Ziele verfolgen”.
Die Piratenpartei ist noch sehr jung. Sie muss aufpassen, dass sie nicht durch einen massenhaften Zulauf von Leuten, die bestimmte (vielleicht extreme) Sichtweisen haben, in eine Ecke rutscht, für die sie nicht vorgesehen war. Eine linke Piratenpartei? Alles frei kopierbar ohne das Recht der Industrie zu akzeptieren? Keine Patente auf bestimmte Errungenschaften der Medizin? All das würde den Fortschritt so massiv behindern, dass es eigentlich schon fast gut ist, dass die Piratenpartei aktuell noch in keiner Machtposition ist. Sie hat noch genügend Zeit, sich zu professionalisieren. Ich wünsche es ihr. Die Ziele, die ihre Mitglieder sich wünschen sind ehrenhaft aber die Umsetzung leider noch zu unorganisiert. Schade eigentlich…






Eine interessante Einschätzung von Dir, vielen Dank!
Es ist eben ein großer Unterschied, ob man immer nur vom Hören-Sagen her Informationen erhält oder sich selbst vor Ort ein Bild schmiedet. Die von Dir erwähnte “Unterwanderungsgefahr” ist durchaus gegeben, Trittbrettfahrer haben es immer wieder geschafft sich irgendwo anzukoppeln um ihre Denkweisen publizieren zu können.
Man wird sehen, was zukünftig aus den Reihen der Piraten hervorgeht und in welche Richtung alles laufen wird.
Danke für deinen informativen Bericht. So aus der Nähe (vor Ort) betrachtet hinterläßt die Partei wohl einen nachdenklichen Eindruck bei mir.
Mal abwarten, was draus wird.
Danke
Ich ahnte gestern schon (eigentlich war ich festen davon überzeugt) das dieser Bericht so ausfällt wie er ausgefallen ist. Anscheinend hat die der gestrige Abend nicht überzeugt.
Idealisten, das passt wohl am besten auf die Piratenpartei. Auch wenn sie jetzt durch den Herrn Tauss ein Prominentes Mitglied haben, so wird es dennoch sehr lange dauern bis diese Partei aus den Kinderschuhen rausgewachsen sein wird.
Und ja, ich habe mich mal direkt vor Ort informiert. ;-)
@Thomas: Ich glaube das ist auch der große Unterschied. Entweder nur über das hörensagen sich eine Meinung zu bilden oder direkt sich vor Ort darüber informieren. Ich bin ein Mensch der gerne hinterfragt und bislang hat sich der Zeiteinsatz für so etwas eigentlich immer gelohnt. Danke für dein positives Feedback :-)
@Rambazamba: Danke auch an dich fürs lesen. Ich denke ich werde einfach mal abwarten.
@Paul: Hast ja schon vorher was ähnliches gesagt. Und ich denke, ich bin der gleichen Ansicht wie du es bist.
@nastorseriessix: Idealisten passt wirklich gut. Aber Idealisten verändern nicht die Welt. Die Welt verändern die Macher. Das sind in der Regel nicht Idealisten sondern Realisten und genau dieser Realität muss sich auch die Piratenpartei stellen.
Auch wenn alles ziemlich unprofessionell ablief, halte ich die Piratenpartei für erforderlich, um in den Köpfen der Menschen da draussen und in den Köpfen der Menschen, die tatsächlich Einfluss in der Politik haben, ein Bewusstsein für diese Themen zu schaffen und noch viel mehr, ein Umdenken zu bewerkstelligen.
Ich hoffe, dass es soweit kommt, bin aber noch skeptisch. Das hat meiner Ansicht nach 2 Gründe:
1. Die Piratenpartei hat ein gigantiches Kommunikationsproblem und werden es sicher nicht so schnell schaffen, das doch sehr negative Fremdbild zu ändern.
2. Die großen Parteien lernen nicht, sie sind dumm. Jedesmal, wenn eine Partei mehr Stimmen erhält, als man ihr zutraut, werden die Köpfe geschüttelt, die Parteien und deren Wähler niedergemacht und denunziert – so geschehen bei der NDP, der Linken und der Schill-Partei. Es wird sich aber nie die Frage gestellt, warum diese Parteien ein solches Ergebnis erzielt haben und was getan werden muss, damit das nicht mehr passiert.
So kann es in der Politik nicht vorangehen und so werden wohl bald Websites von Ego-Shootern, Kino.to und Youporn gesperrt – natürlich nur zum Schutz unserer Jugend.
Alleine schon der Name, Piratenpartei, ist nicht grade das beste. Da wähle ich doch lieber ÖPD!
Du willst Dir also nicht die Mühe machen, dich gegen Rehtorikgenies durchzusetzen und sagst gleichzeitig: Die Piratenpartei hat ein Kommunikationsproblem.
Ich möchte behaupten: Das ist in jeder Partei so.
Entschuldige, aber das bleibt für mich aus deinem Aufsatz hängen: Eigentlich ganz nett, aber die Falschen reden zu viel.
Ich möchte behaupten: Das ist in jeder Partei so.
Und weil Menschen, wie Du, sich keine Mühe machen, bleibt das auch so – in jeder Partei.
…die Gründe für die “Nichtwählbarkeit” haben sich auch für mich bestätigt; auch der Bericht hier bestätigt mich darin, das Kreuz in grün gemacht zu haben.
(Generell: Ich überdenke meine Wahlbereitschaft ernsthaft; ein schönen Text zu den sogenannten “Parteien und Möchtegern-Vertretern hatte der Nachtwächter kürzlich drinn; soviel zum Thema: Ich wähle nix mehr)
Allerdings: Du kannst dich also nicht mit denen identifizieren… was gedenkst du also nun für die Rettung des Planten zu unternehmen?
Unpolitisch werden? ;)
…wenns so einfach wär, ne?
…ah..du bist ja jetzt sponsort by Playboy… was natürlich keinerlei Rückschlüsse auf deine politischen Motive zulässt ;)
@Paul: Ich glaube nicht, das ich mich nicht gegen eventuelle Blockaden der anderen Redner durchsetzen könnte. Es geht in diesem Zusammenhang um den Faktor Zeit. Mich gegen den Willen einiger durchkämpfen und dann noch die Kommunikation in den Griff kriegen ist eine Sache, die ich mir ungerne zusätzlich aufhalsen möchte. Wenn es diese Widerstände nicht gäbe, wäre es einfacher. So bleibt für mich das Resumée: Die Zeit, die ich durch diese Schwierigkeiten zusätzlich investieren müsste, habe ich leider nicht.
@Chris: Die Grünen sind für mich noch eine Alternative. Muss ich mir auf jeden Fall mal anschauen. Unpolitisch würde ich das momentan nicht nennen. Eher schauen was die Parteien so machen und dann halt wählen gehen. Aber Stammwähler einer bestimmten Partei werde ich dann wohl nie werden.
Und bzgl. Playboy: Zu welcher Partei würde das denn passen? ;-)
Eindeutig zu einer gewissen Frau Pauli :-) .
Man sieht auch schon im Forum der PP, dass noch viel zu tun ist. Dort tummeln sich Anhänger der unterschiedlichsten Ideologien und wünschen sich einen Ruck in ihre Richtung. Es wird ein schwieriger Weg sein, diese ganzen Strömungen alle unter einen Hut zu bringen.
@Alper
Ich glaube dir sogar, das du dich gegen Blockaden anderer mit den richtigen Argumenten durchsetzen könntest – zur Not auch mit den Falschen ;) Das habe ich auch nicht bestritten.
Der größte Luxus, den wir alle haben ist: Zeit.
Das Du diese mit anderen Dingen verbringen willst, die für dich wichtiger sind ist absolut verständlich. Aber wenn “die Guten” (Cormac McCarthy) keine Zeit haben, wundern wir uns nicht, wenn alles bleibt, wie es ist.
Unabhängig davon, glaube ich, das die Menschen, die sich da getroffen haben, sich genauso über das Geschwätz der Schwätzer aufregen.
Für mich persönlich läuft die Kommunikation der Piratenpartei nicht über die Stammtische, sondern über Foren, Chats, Wikis, etc. Daher bezweifle ich, dass ein Stammtischbesuch ein umfangreiches Bild über das Wesen dieser Partei bietet. Ganz nebenbei: wenn ich meine Partei über meinen Ortsverein definierte, läge sie in der Gunst der Wähler auch höher.
Dennoch danke für deinen Besuch und deinen Bericht. Ich habe auf Phoenix, ARTE, 3Sat (??) mal einen guten Dokumentarfilm gesehen über die Anfänge der Grünen. Ihre Diskussionen in den Küchen ihrer WGs (Der Film drehte sich um Eine der Vorsitzenden und ihre Beziehung zu einem General(oder Oberst??) der Bundeswehr). Das lief ähnlich ab, wie in deinem Bericht. Wir sehen, was daraus werden kann – wenn die Guten mitmachen ;)
@Paul: Bist du in der Piratenpartei aktiv? In Hamburg? Wenn ja, dann sollten wir uns mal treffen…
@Alper
Weder das Eine, noch das Andere. Würd ich in Hamburg leben, hätte ich Dich vermutlich schon längst getroffen – allein schon wegen der wunderbaren Kurzfilme, die ich hier immer finde.
Ich liege hier noch in Lauerstellung, was die Piraten angeht und sammle noch Input.
Hier der Nachtrag zum Film über die Grünen:
Kelly Bastian – Geschichte einer Hoffnung.
Wenn auch Deine Meinung nicht gerade positiv für die Piratenpartei ausgefallen finde ich es aber sehr gut, dass Du die Chance genutzt hast und Du ihr Programm angehört hast. Auch dein Artikel schildert sehr schön das Meinungbild wieder
Interessanter Bericht, danke dafür.
Die Probleme die du ansprichst, sind nachvollziehbar. Und vielleicht auch logisch, so kurz nach der Gründung.
Andererseits ist es aber auch kein Grund, die Piraten nicht zu unterstützen. Auch wenn es nur wegen der mangelnden Alternativen ist, spitz formuliert also sowas wie Not gegen Elend. Oder noch anders: Es kann nur besser werden!
Sehr klar ist allerdings, dass es einer viel besseren Öffentlichkeitsarbeit bedarf, wenn man eine ganz minimale Möglichkeit haben will, irgendwann mal die 5%-Marke zu knacken. Denn momentan ist wohl mehr das Bild vom Piraten, dem Raubkopierer, der alles umsonst haben will, in den Köpfen der Nicht-IT-Menschheit.
In meinen Augen ist die Namenswahl kontraproduktiv.
Super bericht alper. Auch die kommentare hier sind allesamt sinvoll und sachlich, obwohl du kritisch warst. das internet scheint erwachsen zu sein ;)
ich denke die frage ist nicht ob du die kommunikation für eine partei machst. das für und wider kann ich gut verstehen.
entscheidend ist, dass du deine “bloggermacht” weiter nutzt um nicht it-ler weiter aufuklären was unsere jetztige regierung da für sonderbare ziele verfolgt. zumindest würde mich da sehr freuen. als nerd kann ich kommunikation ja nicht ab ;)
@Paul: Vielen Dank für das Kompliment. Freut mich sehr :D Den Film über die Grünen werde ich mir mal beizeiten anschauen.
@Andy: Danke schön. Freut mich, dass dir mein Artikel gefallen hat.
@Marc: Es geht prinzipiell gar nicht darum, dass sie unorganisiert ist. Das ist normal und etwas Anderes habe ich auch nicht erwartet. Es geht darum, dass sich schon Leute in den Vordergrund geschoben haben, die meiner Ansicht nach eigentlich dort nichts zu sagen haben sollten. Und ich habe keine Lust, mich verbal mit denen auseinanderzusetzen und Zeit darin zu investieren. Mit Sicherheit ist es das Problem, dass Menschen wie ich genau deswegen sich nicht näher engagieren. Aber das ist nunmal so.
@alex: Ich sehe es wie du. Ich trage zur Kommunikation mit meinem Blog bei und erzähle Menschen von meinen Erfahrungen. Damit mache ich ja schon etwas sehr Wichtiges. Dafür muss ich nicht zwangsläufig in eine Partei eintreten.
Welche Partei zu Playboy passt? Die mit dem dicken “C” vorne dran vielleicht?
Keine Ahnung ;)
Ich bin schon Pirat. Wieso? Ganz einfach: Ich bin nicht der Meinung, dass die Piratenpartei Deutschland auch nur ansatzweise ordentlich regieren könnte. Das gleiche denke ich übrigens auch von den Grünen, dennoch ist es doch aber gut die Grünen im Bundestag sitzen zu haben, damit auch Umweltthemen nicht zu kurz kommen. Gleiches erhoffe ich mir von der Piratenpartei, dass ein wenig Netzkompetenz in den Bundestag einzieht.
Vielen Dank für deine kritische Sichtweise Alper!
Zum Thema Idealisten / Idealismus fällt mir gerade folgendes Zitat ein:
“Ich habe noch nie einen Pessimisten nützliche Arbeit für die Welt tun sehen.”
(Johannes XXIII)
In diesem Sinne:
Lieben Gruß
Melanie
[...] Wobei die Erkenntnis von Meetinx schon noch zu denken gibt. Er besuchte kürzlich einen Stammtisch der Piraten und liefert eine interessante Zusammenfassung des [...]
[...] jede neue Partei gegenübersieht. Aus den Reihen der potentiellen Sympathisanten kommen Bedenken, ob die Partei die Erwartungen erfüllen kann. Und ich denke, das Problematischste an der [...]
Ich hab den Artikel völlig überlesen. Finde ich ein wirklich klasse Artikel, und stimme dir zu 99 % wirklich zu. Genau das sind eben die Punkte, wo sich wirklich Arbeit zu leisten ist. Das eine % was ich meine ist die Erinnerung an die Grünen damals. Was waren sie ? Ein Haufen Kiffer, Strickmütterlein und Demonstranten. Damals eine Randgruppe und ich denke kurz nach Gründung war diese Partei genauso unfähig, auch nur ansatzweise politisch tätig zu werden. Aber sie haben sich entwickelt, und ich denke das müssen die Piraten auch. Vielleicht ist die Zeit noch nicht reif für die Üiraten und sie müssen sich in vielen Bereichen erst entwickeln und beweisen. Ich habe mich noch nicht entschieden ob ich Pirat werde oder nicht, aber ich sehe Potential bei den Piraten und wenn sie in den nächsten Jahren vielleicht auch Zulauf bekommen von “alten Hasen” die schon länger politisch tätig sind, kann das evtl. irgendwann umgesetzt werden. Ich bin gespannt, wie sich die Piraten in den nächsten Jahren entwickeln werden, oder ob sie in der Versenkung des Kleinparteiendjungels verschwinden werden. Danke Alper, für deinen sehr guten Artikel !!
Ich bin übrigens kein ITler
Erstmal super, dass du nicht einfach drauf los schreibst, sondern dich auch aktiv mit der Piratenpartei auseinandersetzt.
Ich war letztens selber auf einem dieser Treffen, allerdings in Berlin und habe ähnliche, wenn auch nicht gleiche Erfahrungen gesammelt. Allerdings habe ich diese anders bewertet.
Klar fehlt es noch an Organisation, klar gibt es viele Probleme und klar wird es ein schwerer Weg werden.
Aber die Partei ist noch jung und erst seit einiger Zeit wirklich in der Öffentlichkeit. Von heut auf morgen kann man natürlich keine Organisationsstruktur schaffen, aber man bemüht sich. Das sind junge Leute, die sich teilweise das erste Mal in ihrem Leben aktiv mit Politik auseinandersetzen und das bedarf Zeit und Übung. Das heisst aber nicht, dass es nicht werden kann. Ich sehe das eher optimistisch. Da sind Leute, die sich für sehr wichtige Ziele einsetzen und etwas bewegen wollen. Sicher klappt das nicht sofort, aber warum soll es nicht in ein paar Jahren klappen?
Wie gesagt, man muss die Entwicklung weiter verfolgen, aber ich denke, dass auch etwas sehr Positives daraus entstehen könnte. Es gibt ja auch nicht nur IT-Freaks bei diesen Treffen, sondern auch jede Menge Leute, die das Zeug mitbringen etwas zu verändern. Diese Erfahrung hab ich jedenfalls in Berlin gemacht und deshalb werde ich auch heute dort wieder vorbeischauen.
greetz marquez
hmm solange es bei oberflaechlicher kritik bleibt… langweilig…
alles was du schreibst kann man sich auch denken… alle anderen parteien sind schon professionel beim urknall entstanden (plus dickes konto) :P
naja gestern meinte seehofer “personen sind wichtiger als programme”, wenn ich mich recht entsinne.
ich vermute du siehst das aehnlich (werbung und marketing leben ja davon)
verstehe auch deine meinung und moechte dir nicht zu nahe treten, aber wie schon gesagt: _oberflaechlich_
gruesse nach hamburg
err0r, kein pirat
[...] herrschte nachgerade eine Piratenparteieuphorie und die Partei und ihre Protagonisten wurden genau beobachtet und bewertet. Kaum war die Partei in der Gesellschaft angekommen, wurde sie auch kritisiert, [...]