Mit meinem Artikel zu Vodafone und vor einigen Wochen zu einem anderen Unternehmen habe ich bewusst und direkt Stellung zu einem Thema genommen. Ich schreibe darüber, was mir an einem Unternehmen oder einem Produkt gefällt und was nicht und scheue mich auch nicht davor Kritik zu üben. Das mache ich nicht deswegen weil es mir total Spaß macht sondern weil ich auch den Unternehmen zeigen möchte, wo ich Probleme sehe und wie man es besser machen kann. Ein Blog eignet sich dafür ganz besonders gut. Schließlich kann man in den seltensten Fällen einfach die Macher einer bestimmten Kampagne anschreiben und einen direkten Kontakt herstellen. Weiterer Vorteil: Sehen auch andere Blogger das ähnlich, denkt das Unternehmen vielleicht tatsächlich um und versucht, einige Dinge in Zukunft besser zu machen.
Problematisch wird es dann, wenn man in irgendeiner Weise auch so schon Kontakt zu einem Unternehmen hat. Vielleicht ist ein Lieferant enger Partner dieses Unternehmens oder ein Auftraggeber hat enge Geschäftsbeziehungen zu einer Firma. Dann habe ich ein Problem. Ich bekomme Druck auf geschäftlicher Seite, weil ich privat eine Meinung zu etwas habe, was eigentlich meine reine Privatsache ist. Doch leider sind nicht alle Firmen so professionell und haben dafür Verständnis. Wenn ich ein Unternehmen kritisiere und gleichzeitig mit dem Unternehmen zusammen arbeite, dann heißt das nicht, dass ich mich geschäftlich nun weniger anstrenge oder jedem erzähle, er solle die Finger von dem Unternehmen lassen. Das bedeutet nur, dass ich privat als Konsument mit etwas unzufrieden bin.
Es ist nun schon zum wiederholten Male vorgekommen, dass ich persönlich kritisiert werde, weil ich mal etwas unschönes zu einem Unternehmen schreibe. Positives ist natürlich immer gerne gewünscht aber Negatives soll ich natürlich niemals sagen. Schließlich könne das auch weitreichende Auswirkungen auf geschäftlicher Ebene haben. Und da sage noch einer mal, größere Unternehmen seien professionell.
Ich muss mir jetzt überlegen, was ich künftig mache. Entweder nichts mehr Negatives über ein Unternehmen schreiben, welches in irgendeiner Art mit einem Unternehmen in meinem Umfeld zu tun hat oder alles so lassen wie es ist und das Risiko eingehen, dass ich dafür gehörig einen auf den Deckel kriege. Keine leichte Entscheidung. In den nächsten Wochen werdet ihr sehen, wie ich mich entschieden habe…






@alper
Heide K. bekommt es doch auch hin. Privat würde sie sicher das Essen auf Ihrer Werbung nicht anrühren.
btw: http://thisiswhyyourefat.com/
Beste Grüße!
@Reik: Aber natürlich. Professionalität ist das Zauberwort. Nur gilt dieser Grundsatz in bestimmten Branchen und auch in bestimmten Kreisen nicht so sehr, wie ich es mir persönlich wünschen würde… ;-)
Moin Alper,
aus meiner Sicht ist die Entscheidung einfach getroffen aber nur mit hanseatischer Sturheit ;-) durchzuhalten, nämlich weiter so zu bleiben und zu agieren wie bisher. Denn:
1. Deshalb bist Du da, wo Du jetzt bist bzw. deshalb bist Du so erfolgreich.
2. Deine bisherigen Geschäftskunden wollen auch nicht, dass Du Ihnen nach dem Mund redest, das bekommen sie viel günstiger von ihren Angestellten. Wenn Du nun nach außen (also hier) anders argumentierst als nach innen, dann wirst Du insgesamt unglaubwürdig.
3. Deine zukünftigen Geschäftskunden wählen Dich aus, weil Du zur Verbesserung, also Veränderung des bisherigen, beitragen sollst. Wenn Deine Visitenkarte hier nur reine Schönwetterlage ist, ist das keine gute Referenz mehr.
Und außerdem: Wenn Deine Kritik-Rate steigt, zeugt das von steigender Aufmerksamkeit und davon, dass Dich Dein Umfeld immer ernster nimmt. Eigentlich doch positiv, oder?
Nicht zuletzt solltest Du auch an uns “normale” Leser denken und Deinen eigenen Leitspruch Deiner Webseite auch in Zukunft beherzigen: “Jede Art zu schreiben ist erlaubt, nur nicht die langweilige!”
Einen schönen Rest-Sonntag in die Heimat.
“Deshalb bist Du da, wo Du jetzt bist bzw. deshalb bist Du so erfolgreich.”
Hat der Daniel wohl recht … aber auch muss man sich in Deine Lage versetzen.
Ich zum beispiel komme hier her … weil ich “Entertainment” Wünsche.. .nicht zwangsläufig weil ich “Kritiken” lesen will. Was aber nicht heisst, dass ich Sie ier nicht lese…
Ich komme wegen Deinem Werbung Entertainment… und Kritik muss da nicht sein – dafür gehe ich zu den Netzupolitikern …;)
Wie Du Dich auch entscheiden wirst – es wird die richtige Entscheidung sein ..
In diesem Sinne ..
Cya
Seba von Serien-Load.de
@Daniel: Vielen lieben Dank für deine offenen und klaren Worte. Die Punkte, die du ansprichst, waren bislang immer meine Prinzipien. Ich trenne berufliche und private Dinge ganz klar und agiere sehr professionell. Gleichzeitig habe ich in der Vergangenheit mitbekommen, dass diese Professionalität eben nicht überall herrscht. Wie geht man dann damit um? Im Zweifelsfall wird ein Auftrag zurückgezogen der nicht nur mich sondern vielleicht einen Geschäftspartner von mir Geld kostet. Und wenn es ums Geld geht, weißt du ja, wie es läuft.
Wie du schon sagst, habe ich meiner Ansicht nach auch deswegen einen guten Ruf, weil ich sage, was ich denke. Als selbstständig agierender Mensch und als Konsument. Ich sage was mir gefällt, was nicht. Und das schätzen Freunde und Bekannte als auch Geschäftspartner an mir. Ich gehöre nicht zu den Leuten, die einfach nur anderen Leuten nachreden. Nicht immer alles toll finden und dem Chef alles nachsagen. Ich sage, was ich denke und deswegen werde ich von vielen Leuten respektiert. Genau deswegen.
Aber wie gehe ich damit um, wenn diese Professionalität nicht überall herrscht? Halte ich mich zurück weil es auch Geschäftspartnern von mir schaden könnte? Ich weiß es nicht und darüber grübele ich die ganze Zeit.
@fast: Kritisches wird immer nur ein sehr kleiner Teil von meetinx sein aber er wird vorkommen wie beispielsweise bei der neuen Kampagne von Matchbox, die ich doch sehr niedergemacht habe. Ich muss meinen Weg finden und ich werde ihn finden. Da bin ich mir sicher.
Danke euch beiden für die offenen Worte.
@alper
Grundsätzlich musst Du natürlich für Dich selbst Deinen Weg finden. Meine Ansicht nach hast Du ihn halt nur schon gefunden. Jetzt, mit steigendem Erfolg, wird natürlich auch der Gegenwind stärker. Aber das sollte einen Hamburger doch nicht ins wanken bringen ;-)
Aber Du hast natürlich recht: Du musst Dich natürlich fragen, ob Du die Kunden willst (und brauchst), die eben nicht ein offenes und ehrliches Wort ertragen können. Ich für meinen Teil glaube, dass Du langfristig auf diese Kundschaft verzichten kannst; die Kunden, die Du auf dem bisherigen Weg gewinnst, kompensieren das ausreichend. Die Frage ist halt nur: Reicht der Atem kurz- und mittelfristig?!
Also nur Positives oder nur Negatives, Alper das geht nicht. Wenn schon dann eine gute und gesunde Mischung aus beidem. Alles andere, würde auf Dauer irgendwann unglaubwürdig sein, sage ich mal!
Entweder die Unternehmen sind professionell und können auch mit negativen Texten über Sie umgehen, oder sie sind es halt nicht. Wobei letzteres wohl immer noch der Masstab vieler Unternehmen zu sein scheint.
@alper
Du bist so wie du bist und agierst, dass zeichnet dich aus.
Auch wenn ich das vermutlich nicht genau einschätzen kann, wie immer “ein Gefühl”. Mir geht es leider ähnlich auf politischer Ebene, da muss ich einiges einstecken, da wird wochenlang nicht mit mir geredet und lauter solche Kindersandkastendinge. Im Gegensatz zu dir – hängen bei mir keine finanziellen Dinge im Sinne vom Erwerb des Lebensunterhaltes für mich oder andere Menschen mit dran.
Jenes machen meine Entscheidungen in zumindest dieser Hinsicht einfacher, moralisch ethisch muss “man” selber entscheiden. Ein goldener Mittelweg ist sehr schwierig, bedeutet er doch einen Teil seiner Persönlichkeit zu negieren und ob “man” damit auf Dauer gut leben kann – keine Ahnung. Aber wenn ich dadurch andere Menschen finanziell in die Enge bringen würde, dann wäre es meine moralische Pflicht alles dafür zu tun damit das nicht geschieht.
Unternehmen sind wie Politiker – nur keine offene gut gemeinte Kritik, dass läuft alles im Keller;-)größtenteils.
Alles Gute
Doreen
Alper, ich lese gerade den Basic Sunday und finde es einfach nur klasse, wie gut Du das in Worte verpacken kannst.
Ich verstehe dich 100% – und hoffe doch, mit solchen kritischen Meinungen wirst du nie aufhören (müssen).
Es tut gut, solche Meinungen von euch zu lesen denn sie bestätigen voll und ganz, dass ich mit meiner bisherigen Handlung richtig gefahren bin und auch gerade damit meine Glaubwürdigkeit bei Menschen wie euch gewonnen habe. Das ist mir sehr wichtig. Gleichzeitig muss ich natürlich darauf achten, wie die Unternehmen, für die ich tätig bin, auf solche Kritik reagieren.
Ich werde daher in den nächsten Tagen offen das Thema ansprechen und schauen, was sie sich vorstellen. Da finanzielle Dinge bei mir durchaus eine Rolle spielen, werde ich mich mit Sicherheit auch danach orientieren, was sie sich wünschen. Aber obacht: Orientieren bedeutet nicht, dass ich mich verkaufe. Ich muss dann nur für mich einen entsprechenden Kompromiss finden, mit dem auch ich glücklich werden kann.
Euch noch einmal vielen lieben Dank für euer Feedback :-)
Es tut gut dich zu lesen, so wie bisher. :D
Hi Alper
die qualität deiner kritik ist gerade angenehm. Zu viele kritische blogs im netz bewegen sich meiner meinung nach auf talkshow niveau. daher schätze ich deine kritik sehr, kann deine bedenken / probleme vollkommen nachvollziehen.
Wenn man mit der medienbranche verbandelt ist kann man im netz leider nicht mehr unbedarft seine meinung äußern ohne gewisse berufliche risiken einzugehen. daher habe ich für mich beschlossen die finger davon zu lassen – was für dich natürlich keine lösung ist.
leider kann ich dir keinen besseren tipp geben als die, die bereits hier stehen, und alle sehr sinnvoll sind.
dennoch denke ich, das “geld” das letzte kriterium sein sollte, nachdem du deine entscheidung treffen solltest.
lg
alex
@Alex: Vielen Dank. Ich habe heute einige klärende Gespräche geführt und werde die nächsten Tage darüber berichten. Ich bin zufrieden mit der Entwicklung und werde – ich habe es ja schon geahnt – Kompromisse eingehen müssen. So ist das nun einmal, wenn man nicht mehr komplett selbstständig ist ;-) Aber damit kann ich leben.
Insgesamt ist alles gut ausgegangen. Denke, ich bin jetzt ein wenig beruhigt. Und das ist das Wichtigste :-)
[...] einigen Tagen habe ich euch darüber berichtet, dass ich bei einigen meiner Inhalte Probleme bekommen habe. Einige Personen, mit denen ich beruflich zu tun habe, waren nicht das erste Mal [...]
Hmm,
gut, ich bin leider ein wenig zu spät ;-)
Trotzdem wollte ich noch kurz was dazu schreiben:
Letztlich waren es nicht die Videos oder anderen, unterhaltsamen Dinge, die mich zu einem Stammleser und -kommentator gemacht haben, sondern eben diese gelegentlichen, kritischen wie auch erhellenden Texte.
Ich denke, wenn du es komplett aufgeben würdest, würde ein wichtiger Teil von “meetinx” mitgehen. Das wäre sicher nicht gut.
Leicht ist es nie mit der Kritik, dass habe ich leider schon allzu häufig selbst merken müssen. Dabei ist es vollkommen egal, ob es ein großes oder kleines Unternehmen ist. Der kleine, lokale Unternehmer hat vielleicht noch den Vorteil, dass man direkt mal “zum Cheffe” gehen kann und das Problem erläutern kann.
Trotzdem kommt man hier schnell in Probleme.
Ich habe für mein eigenes Projekt damals den Weg gewählt, dass wir zwar gelegentlich kritisch berichten, aber versuchen immer möglichst objektiv, ausführlich und begründet – also auch nach Möglichkeit abseits der reinen, persönlichen Meinungsäußerung.
Das ist nicht ganz das, was mir am liebsten wäre, aber in Anbetracht der Umstände war es die beste Entscheidung.
Wie dem auch sei, ich hoffe, dass du auch weiterhin Erfolg haben wirst, gleich wie du dich entscheidest :-)
lg
André