Stellt euch vor, ihr könntet richtig viel Geld verdienen, ohne euch anstrengen zu müssen oder aber große Strafen zu befürchten. Einfach tun und lassen was ihr möchtet, euer Traumauto kaufen, lebenslang Urlaub machen und sich über diejenigen lustig machen, die nicht auf die gleiche Idee gekommen sind wie ihr. Dafür braucht ihr nicht einmal richtig viel Glück – vergesst also Lotto und dergleichen. Alles was ihr braucht ist Ehrgeiz und einen harten Willen. Und wenn ihr meine Anleitung richtig befolgt, gehört auch ihr bald zu den reichen Leuten, zu denen alle aufschauen:
1. Besorgt euch über welchen Weg auch immer 6 Millionen Adressen von Bundesbürgern. Da diese auf dem legalen Weg nicht zu bekommen sind, müsst ihr euch etwas durchfragen aber mittlerweile gibt es die sicher an jeder Ecke.
2. Sucht euch ein Unternehmen, welches euch diese Daten abkaufen möchte. 6 Millionen Daten mit allen möglichen Informationen über Verbraucher ist so manchem Unternehmen, aber sicher auch so manchem dreisten Gauner, eine Menge Geld wert.
3. Verkauft die Daten und freut euch des Lebens.
Einfach, oder? Und wenn es nicht klappt und ihr erwischt werdet, kann euch auch nicht viel passieren. Mit einer Geldstrafe von gerade einmal 900 Euro ist nämlich ein Datenhändler davongekommen, der 6 Millionen Adressen verkaufen wollte. Unglücklicherweise war der Käufer in Wirklichkeit der Bundesverband der Verbraucherzentrale (vzbv), die den Deal zunächst verdeckt abgewickelt und danach Strafanzeige erstattet haben. Der 22jährige Arbeitslose hat diese Mini-Strafe bekommen und muss nun sehen, wie er damit klarkommt. Wahrscheinlich lacht er sich tot über die Leute, die ihm diese geringe Strafe geschenkt haben.
Entweder war es einfach nur Glück oder aber es zeigt klar und deutlich, wie wichtig und schützenswert unser Staat Daten betrachtet:
€900 Strafe für 6.000.000 Kundendatensätze sind €0,00015 pro Datensatz oder aber €0,14 pro eintausend Datensätze.
Quelle: Reizzentrum
Die Aussage, dass der Mann arbeitslos ist und es ja letztendlich nicht zu einem richtigen Schaden gekommen ist, lasse ich persönlich nicht gelten. Zumindest hätte der Mann eine Bewährungsstrafe verdient. Dieses Urteil wird es Datenhändlern einfacher machen, ihren kriminellen Wegen nachzugehen. Bei den geringen Strafen die sie befürchten müssen…







Da stimme ich Dir zu. Der Mann ist noch nicht einmal vorbestraft. Studenten die 6 MP3s per Filesharing angeboten haben werden höhere Strafen angedroht ( http://www.gulli.com/news/harvard-professor-darf-riaa-2009-01-15/ ).
Aber das Urheberrecht wird anscheinend als wichtiger angesehen als Datenschutz.
@Andi: Wirklich furchtbar. Aber in Zeiten von Payback und Vorratsdatenspeicherung scheint das tatsächlich unwichtig zu sein.
Hallo Alper,
was waren das denn für Daten?
6 Millionen Adressen – das war vermutlich mehr als Postanschriften…oder?
Arbeitslos war er auch noch? War das dann nicht vielleicht auch noch “Schwarzarbeit” oder hat der nette Mensch sein Adress-Verkaufs-Einkommen brav bei den Ämtern gemeldet?
Aber wehe uns Domaininhaber erwischt einer mit einer falschen oder nicht vorhandenen Datenschutzerklärung. Da kostet die Abmahnung dann gleich mal ein paar Tausender, wenn sie von einem Anwalt kommt.
Genauso schützt also unser lieber Staat unsere lieben Daten. Den Webseitenbetreibern macht er das Leben fast zur Hölle wohingegen die wirklich fiesen Datenhändler als “Lapalie” behandelt werden. Ist das fair?
@funkygog: Sehr viel ist leider nicht bekannt. Was jedoch klar ist: Es handelt sich definitiv mehr als um Postanschriften. Kontodaten waren auch dabei. Und wenn jemand Kontodaten hat, dann kann er damit ziemlich viel Böses anstellen.
@Crazy Girl: Es ist ja schon seit Langem so. Die Gerechtigkeit bei Straftaten ist ja schon lange nicht mehr gegeben. Da wird ein Vergewaltiger geringer bestraft als ein Bankräuber – ein besoffener Straftäter gar nicht. Peinlich.
Für welchen Preis wollte er die 6 Mio Datensätze denn verkaufen?
@Tek: Ich habe mich gerade mal durch die Suchmaschinen gewühlt aber leider nichts herausfinden können. Sorry.
Schade, ich finde auch nix. Wär echt mal interessant, wie teuer so ein Datensatz auf dem Markt ist.
Ja, das ist gut
der Verkauf von 6 Millionen Adressdaten hatte den Wert der Strafe:
900 Euro, mehr ist es doch eh nicht wert, alles nur um abzulenken von den wirklichen Kriminellen in Wirtschaft und Politik!
Bleibt wachsam und wehrt euch !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
Reich werden lässt sich damit zurzeit nicht mehr, die Daten kann man inzwischen mega billig erwerben, Datenschutz Fehlanzeige
Das mit den Adressen kaufen ist schon ne coole Idee!
Aus deinem Text kann man viel mitnehmen :-)! Da kann man für sich schon – wenn man schlau ist – was mitnehmen und für sich verwenden!