So sehr mich die Geschehnisse der vergangenen Tage schockiert haben, so muss ich mich auch zu den Themen äußern, die wieder einmal in den Medien auftauchen. Es sind die gleichen Themen, die immer wieder auftauchen, wenn solche Dinge geschehen. Da kommen immer wieder die gleichen Schwätzer an die Bildoberfläche, um wieder für ihre Programm zu werben, dass ihrer Ansicht nach die besten Ergebnisse verspricht. Und was meint ihr, wie dieses Programm aussieht? Selbstverständlich ist es ein sehr plakatives, einfaches Programm, dass jeder Depp versteht. Es ist das Programm, was einem vielleicht als Erstes in den Sinn kommt, wenn man mit einer solch schrecklichen Tat konfrontiert wird. Das Programm ist schlicht und einfach: Verbot!
Verbot von sogenannten Killerspielen. Denn die sind es ja schließlich, die jeden lieben Schuljungen in einer Art Monster verwandelt, was nicht mehr zwischen Realität und virtuellem Spaß unterscheiden kann. Killerspiele. Alleine das Wort ist schon zum Kotzen. Derjenige, der sich das hat einfallen lassen, gehört meiner Ansicht nach genauso unter Beobachtung. Denn alleine das Wort impliziert schon, dass die Spiele, die unter diese Gattung fallen, was Böses im Sinn haben. Ob nun Unreal Tournament, Resident Evil oder andere Ego-Shooter. Eigentlich – gestehen wir es uns ein – sind wir die Generation der Killer. Alle haben einen Mörder in sich, denn auch ich bin mit diesen Spielen groß geworden. Schon auf dem C64 habe ich “The Mafia Game” gespielt und auch “Wolfenstein” gehörte zu meinem Repertoire. Auf dem Amiga habe ich dann “Barbarian” und “Doom” gespielt.
Meine Eltern waren mit den neuen Medien nicht so vertraut und wahrscheinlich ist es bei euch genauso. Unsere Eltern sind eben nicht mit diesen Medien aufgewachsen und verstehen daher nicht, was die Faszination dieser Spiele ist und warum man bei solchen Spielen nicht automatisch zum Mörder wird, der eine Schule niedermetzelt, bloß weil die Mitschüler einen gehänselt haben. Meine Eltern haben gar nicht so richtig mitbekommen, was wir da eigentlich gespielt haben. Wir waren im Kinderzimmer und damals gab es auch nicht die große öffentliche Diskussion. Meine Eltern gingen also davon aus, dass alles seine Richtigkeit hat und haben uns machen lassen. Und dennoch sind aus meinem Bruder und mir nicht fleischfressende Killer geworden. Warum eigentlich nicht? Weil wir gut erzogen wurden. Unsere Eltern haben sich wahnsinnig um uns bemüht, uns Werte fürs Leben vermittelt und uns zu gut erzogenen Mitgliedern unserer Gesellschaft gemacht.
Wenn heute Kinder ausflippen und einige Idioten aus der Politiker-Kaste behaupten, es läge mal wieder an Killerspielen dann tritt genau das Problem zutage, was mich heute so aufregt. Diese Leute haben einfach keine Ahnung. Sie sind nicht mit den Spielen aufgewachsen und sehen das als etwas fremdes, böses an. Sie wissen nicht wie toll es ist, gemeinsam mit Leuten zu spielen und sich mal aufzuregen und mal zu freuen. Wenn man abgeknallt wird, dann ist das eben so und wenn man andere abknallt ist es halt so. Das ist ein Spiel, nur ein Spiel. Keine Realität. Keine Maschine, die uns alle in Killer verwandelt.
Wenn Spiele tatsächlich so eine Macht über einen Menschen haben können, wenn es mal tatsächlich dazu kommt, dass ein Kind nicht mehr für sich unterscheiden kann was Realität oder Wirklichkeit ist, dann haben Andere was falsch gemacht. Die Eltern, die sich vielleicht mit dem Medium Computer oder Computerspiel nicht auskennen und sich einfach einen Scheiß um ihr Kind gekümmert haben. Das mit dem “nicht auskennen” ist nicht schlimm…an meinem obigen Beispiel sieht man ja, dass nicht eine Generation von Killern auf der Welt wandelt. Es ist aber schlimm, wenn Eltern meinen, der Computer oder die Schule würde die Erziehung übernehmen. Schulen können unterstützen aber sie können das nicht alleine machen. Wenn Eltern auf der ganzen Linie versagen weil sie einfach Mist gebaut haben, dann muss man sich nicht wundern, wenn Kinder die Kontrolle verlieren. Deswegen aber Killerspiele komplett verbieten? Absoluter Schwachsinn.
Im aktuellen Fall hat der Vater Dutzende von Waffen Zuhause. Er ist also ein Sportschütze und beschäftigt sich mit dem Ballern. Ob nun als Sport oder nicht. Meiner Ansicht nach trägt er ganz erhebliche Mitschuld weil er seinem Kind schon aufzeigt, dass Schießen auch cool sein kann. Was haben diese Waffen Zuhause verloren? Warum gibt es überhaupt solch Genehmigungen für Menschen, die nicht beruflich darauf angewiesen sind. Und wenn die Eltern heute sagen, sie hätten von nichts geahnt, dann ist das entweder gelogen oder sie haben sich nicht gut genug um ihr Kind gekümmert. Meiner Ansicht nach ist das Fakt. Weder Horrorfilme, noch Killerspiele machen ein Kind zu einem Mörder. Wenn es soweit kommt, dann haben das in erster Linie die Eltern zu verantworten…niemand sonst. Meiner Ansicht nach könnten die direkt in den Knast.
Und die sogenannten Politiker, die noch nach noch mehr Verboten schreien (wie jedes Mal) und vor der Presse mit ihren Forderungen auch Aufmerksamkeit kriegen (wie jedes Mal), werden wenn das Thema nicht mehr so aktuell ist, sich wieder in ihr stilles Kämmerlein zurückziehen und auf die nächste Gelegenheit warten, auf sich Aufmerksam zu machen (wie jedes Mal). Armseeliges Pack…







Ja, jedesmal dasselbe! Ich liebe ja sone Pauschaulverdachte!
Ich sag dazu nix mehr, außer: Waffen sind keine Sportgeräte!
@Schaps: Leider kommen solche Pauschalgeschichten bei dem Großteil der Bevölkerung gut an.
@Gilly: Sehe ich genauso
Deinem Artikel ist eigentlich nichts mehr hinzuzufügen. Du bringst es quasi auf den Punkt. Ich bin kein Psyschologe, aber bei sowas kommen viele Faktoren ins Spiel, die da irgendwie schief gelaufen sind.
Wer wird als Erster akzeptieren, dass es einfach Sachen gibt, die niemand erklären kann?
Den erwähle ich dann nämlich sofort zum meinem persönlichen Herrscher, Mentor und Diktator; denn der schafft dann endlich mal bitte die vorherrschenden Machtstrukturen ab und kickt das heutige – auf Leistung und unendliche Expansion getrimmte-, kapitalistische System raus.
Denn Dieses ist daran Schuld; so meine naive, subjektive, emotionale, völlig eingeschränkte und einzige Erklärung dafür, dass so etwas passieren kann. (und damit habe ich mich als mein persönlicher Herrscher selbst disqualifiziert)
Anders geht’s ja nich; sonst werd’ ich irre.
Die nächsten Forderungen müssten so ca. in 35 Stunden kommen:
- Sicherheitspersonal in Schulen
- Durchleuchtung und Abtasten der Schüler
Sehr schön geschrieben, Alper…
Das ist auch völlig meine Meinung.
Killerspiele zu verbieten bringt in meinen Augen nichts. Die Kids würden sie sich über das Internet besorgen, eDonkey und Co. lassen grüssen.
Gefragt sind die Eltern! Eine gute Erziehung und vermitteln von sozialer Kompetenz sollten sich alle auf die Fahne schreiben. Wenn ein Kind mit vernünftigen Werten aufwächst, wird es auch nicht gleich zum Killer, wenn es mal heimlich einen Shooter spielt.
Leider wissen viele Eltern nicht mit ihren Kindern umzugehen. Das erlebt man oft genug im Kaufhaus, wenn Eltern ihre Kinder lauthals zusammenstauchen, siehe auch die Supernanny (peinliche Sendung).
Wundervolle Kommentare von euch die mich mal wieder eindeutig bestätigen, auf dem richtigen Pfad zu sein. Wenn jeder, der Counterstrike spielt, ein Mörder wäre, dann würden wir jeden Tag so etwas hören…
Aber kaum passiert so etwas alle paar Jahre wieder, werden diese Spiele verteufelt… So ist das nun einmal…
@Andreas: Ich finde die Super Nanny eigentlich ziemlich gut. Sie vermittelt Eltern viel darüber, wie man mit seinen Eltern umgehen sollte. Was findest du daran peinlich? Wie die Eltern dort mit ihren Kindern umgehen? Ja, da hast du recht ;-)
[...] Ein Auszug aus Verbot von Killerspielen – Alle Jahre wieder [...]
@Alper: Die Nanny als solche ist in Ordnung.
Die Sendung finde ich peinlich. Eltern sollten allein schon zum Schutz der Kinder, nicht im TV zeigen, wie beschi**en sie mit ihnen umgehen.
Also das kann ich nur Unterschreiben.!!
Auf irgendwas muss man die Schuld ja schieben können – das ist bequem und man muss nicht großartig nachdenken. Da kommen die “Killerspiele” doch gerade recht. Leute, die sich noch nie ernsthaft mit (solchen) Computerspielen beschäftigt haben, urteilen und behaupten einfach irgendetwas, eben weil ein Großteil der Bevölkerung auch nur beipflichten kann, schlicht und ergreifend aus Unwissenheit heraus.
Es wäre ja anstrengend… nein, sogar unbequem, wenn man Fehler oder falsche Vorgehensweisen im Elternhaus, bei der Erziehung, in unserer Gesellschaft an sich suchen müsste. Traurig – aber eben bezeichnend!
Es gibt so viele Männliche Personen die “Killerspiele” spielen..geschätzt = 45%.Dann ist es auch kein Wunder,dass bei den Personen die Amoklaufen oder sonstige Gewalttaten vollziehen dieses Spiel zufinden ist.Wobei die restlichen Leute die sich normal verhalten,obwohl sie dieses Spiel täglich spielen ganz außer Acht gelassen werden.
Man sollte an anderen Punkten anfangen gegen Amokläufe etc. vorzugehen.Zum Beispiel wenn jemand stress mit seinen Eltern,seinen Lehrern hat und keine Freunde hat.Das sind viel größere Faktoren die so etwas schreckliches in einer Person auslösen.