Der Medienrummel legt sich langsam aber sicher. Vorbei ist er sicher nicht. Viele Medien werden erst einmal abwarten, wie hoch der Verkaufspreis bei eBay für Roberts Blog sein wird…wenn der Blog denn überhaupt verkauft wird. Wir werden es später erfahren, wenn die Auktion vorüber ist. Doch was für Auswirkungen hat der Verkauf des Blogs überhaupt für die deutsche Blogosphäre? Ich denke, eine ganze Menge und möchte euch auch erläutern, warum.
Medien sind im Ganzen gesehen ziemlich leicht zu durchschauen. Wer sich in den Boulevard-Blättern und -Fernsehprogrammen umschaut, wird feststellen, dass der Begriff Prominent heute gar nichts mehr zu bedeuten hat. Da sieht man das perfekte Promi-Dinner, geht mit Prominenten zur Dschungelshow und siehe da – ein Web-Promi verkauft seinen Blog. Die Zahlen, die Robert Basic auf seinem Blog veröffentlicht hat, hören sich gut an und sie sind es auch. Doch sind es die Zahlen alleine, die aus ihm einen Promi machen? Nein. Ich kenne eine handvoll Blogs, die mehr Zugriffe haben, als er sie hat. Sind diese Blogger denn auch Promis? Nein, das sind sie nicht. Was Robert Basics Blog auszeichnet sind seine Stammnutzer. Stammnutzer, die mit seinem Blog und mit seiner Person zusammenhängen. Ist er weg, ist ein Großteil von ihnen auch weg. Zudem sind Stammnutzer ziemlich klickfaul. Wer also vorhat, einfach Werbebanner draufzusetzen, wird damit nicht gerade glücklich werden – zumindest beim althergebrachten Publikum.
Woher kommt sein Erfolg? Sein Erfolg liegt in seinem brillianten Marketing. Wenn man sich seine Beiträge mal anschaut, dann verlinkt er mehr als nur einmal in seinen Beiträgen andere Blogs mit einem ähnlichen Thema. Auf diese Blogs wird der Traffic mit gelenkt, er erreicht aber folgendes: Der verlinkte Blog fühlt sich geehrt und nimmt ihn auch erstmal in seiner Readerliste auf. Weil vielleicht kommt das ja noch einmal vor und das wäre toll. Soviel zum Thema Stammleserschaft. Zum anderen hat er bei dem Verkauf seines Blogs sehr vieles richtig gemacht. Er hat öffentlich gegrübelt, hat öffentlich diskutiert und hat sich dann letztendlich auch öffentlich entschieden. Doch nicht nur das – selbst das Einstellen seines Textes hat er öffentlich zelebriert. Er bindet die Leute ein – lässt sich helfen und zeigt: “Hey, ich bin auch nur ein Mensch”. Der Mensch Robert Basic hinter dem Blog…fantastisch.
Der Medienrummel rund um seinen Blog sehe ich erst einmal als durchweg positiv. Nach den etlichen Kommentaren arroganter Redakteure mehr oder weniger großer Zeitungen, die Blogs lediglich als ein billiges und armes Hobby gesehen haben, ist solch ein Funken wie Balsam. Blogs in den großen Medien – hier geht es erstmal “nur” um den Verkauf eines großen Blogs. Aber das wird es für die Zukunft nicht gewesen sein. Blogs werden ihren Platz in den Medien bekommen – ob die großen Verlage das nun möchten oder nicht. Warum? Weil Blogs keine Journalisten sind und keine “normalen” Bürger. Sie sitzen genau dazwischen. Erzählen von ihrem Leben, erzählen von ihren Erfahrungen und transportieren Trends und Neuigkeiten schon heute schneller, als andere Medien. Das Thema Blog bekommt durch diese Aktion einen ungeheuren Interessensansturm und das ist nicht nur gut für Robert sondern gut für jeden einzelnen Blogger, der hier in Deutschland vielleicht seinem Hobby, vielleicht seinem Geschäft nachgeht.
Ich kann mich noch erinnern: Als der Beruf des Community-Managers eingeführt wurde, wurde dieser zu Anfang überhaupt nicht als ein Beruf angesehen. Meistens waren es Hobby-Community-Manager die Foren als Moderatoren oder Chats als Operatoren beaufsichtigten. Heute ist aus dieser Nische ein richtiger Beruf geworden. Man sieht in den Stellenanzeigen Firmen, die explizit nach Community-Managern suchen. Warum? Weil dieser Beruf mit dem Siegeszug der neuen Medien erfolgreich geworden ist und diese Spezialisten mit der großen Verbreitung von Communities a la Facebook, MySpace, StudiVZ und so weiter immer wichtiger werden. Sogar einen Bundesverband Community Management gibt es bereits.
Eines ist klar: Der Verkaufspreis von Robert Basics Blog ist nicht repräsentativ für die deutsche Blogosphäre – egal wie diese Geschichte denn nun ausgeht. Er ist eine einzelne Person die eine gewisse Berühmtheit im Netz erlangt hat. Mehr nicht und weniger auch nicht. In vielen Punkten bin ich mit Sebastian einer Meinung, der zu diesemThema einen super Artikel geschrieben hat. Man kann durch diesen Verkauf nicht ableiten, wie wichtig oder unwichtig ein Blog oder die gesamte deutsche Blogosphäre überhaupt ist. Aber eines hat es auch gezeigt: Wenn irgendjemand – und sei es Robert selbst – seinen Blog noch hätte vor 2 Jahren verkaufen wollen hätte kein etabliertes Medium darüber berichtet. Warum? Weil Blogs eben noch etwas vollkommen frisches und neues ist und für den Otto-Normalverbraucher noch nicht richtig greifbar. Erst langsam – und dieser Fall zeigt es ganz deutlich – öffnet sich dieser riesengroße Markt auch dem Otto-Normalverbraucher und dem Otto-Normaljournalisten.
Und genau deswegen drücke ich Robert alle Daumen, dass sein Blog viel Gewinn abwerfen wird. Er hat unbewusst mit seiner Entscheidung sehr viel für die deutsche Blogosphäre getan. Sie rückt ins Interesse der etablierten Medien. Und wenn dieser Schritt erst einmal erreicht ist, ist dieser Trend nicht mehr aufzuhalten.
Update: Robert hat einen aktualisierten Artikel zu seinem Blogverkauf veröffentlicht. Zwar ist dort nichts von einem Mindestpreis die Rede – allerdings erwähnt er, dass er den Blog auch bei einem Nichtverkauf über eBay verkaufen wird. Notfalls über direkte Kontakte.
Update 2: Ein weiterer interessanter Beitrag zum Thema “Was ist ein Blog wert?” habe ich beim Gastgewerbe Gedankensplitter gefunden. Dort wird auch auf eine interessante Kalkulation verwiesen, wie man den Wert eines Blogs berechnen kann.






Ich frage mich schon den ganzen tag was ist, wenn der Mindestpreis bei eBay so hoch ist, das es keiner bekommt? Dann war es ein riesiger PR Gag! Bloß wie will er dann weiterbloggen? Hat er dann noch das Ansehen?
Nun – wenn die Auktion vorüber ist und der Mindestpreis nicht erreicht wird, wird er sich zumindest der Frage stellen müssen, warum dieser Mindestpreis nicht erreicht wurde obgleich er vorher von 10.000-100.000 sprach. Außerdem hat er sich Basic Thinking doch selber bereits abgeschrieben. Er wollte damit Schluss machen und sich verändern.
Er steht auf jeden Fall unter Druck – das ist klar. Wenn die Auktion nicht erfolgreich verläuft dann hört er vielleicht dennoch auf mit Basic Thinking oder aber er verliert sein Gesicht…zumindest bei einigen seiner Leser.
Das ist natürlich das Risiko, wenn man so offensiv für seine Marke (in diesem Fall seinen Blog) wirbt. Ich bin sehr gespannt…
Eins stimmt auf jeden Fall – er kann die Leute binden.
Deshalb verstehe ich auch nicht, wieso man zig tausende für die BT-Domain zahlen kann… klar, gut verlinkt.
Aber die Leute werden mitziehen zu seinen zwei neuen Blogs.
Ich finde das aber spannend zu beobachten – mal sehen wo am Mittwoch (Oder Do?) der Preis steht, wer’s bekommt – und was auf den (drei) Blogs dann weiter passieren wird!