In Frankreich ist eine neue Kampagne für die dortige Alzheimer-Stiftung gestartet, welche darüber informieren möchte, wie die Arbeit von Organisationen aussieht, die sich mit Alzheimer-Patienten beschäftigen. Während in den meisten Spots dieser Art über den reinen Gedächtnisverlust erzählt wird, zeigt dieser Werbespot die pure Realität auf: Agression, Stimmverlust, zielloses umherwandern, Selbstgespräche, stundenlanges “in die Leere starren”, Verletzungen die nicht auffallen und natürlich – auch das gehört dazu – den kompletten Orientierungsverlust, was eben auch bedeutet, dass man nicht weiß, ob man sich in einem Supermarkt befindet oder auf dem Klo.
Für den Einen oder Anderen von euch mag dieser Spot sehr befremdlich und schlimm wirken. Für mich hingegen ist er wirklich sehr beeindruckend weil er wirklich zeigt, woran die Menschen bei Alzheimer leiden und was ihre Familien und Verwandten bei dieser Krankheit für Probleme bekommen. Und diese sind enorm. Die Agentur Saatchi & Saatchi hat das Thema meines erachtens nach hervorragend umgesetzt und ich hoffe, dass auch hierzulande eine offenere Kommunikation stattfindet. Eine Kommunikation, die eben nicht nur die reine Vergesslichkeit transportiert (das glaube ich, weiß mittlerweile jeder) sondern vor allen Dingen aufzeigt, was für Auswirkungen die Krankheit hat. Und das ist fast schon viel wichtiger als die ursprüngliche Diagnose.
Der wichtigste Spruch am Ende des Videos lautet denn auch: “Glücklicherweise erinnern sie sich nicht daran (was sie tun)”. Und das entspricht voll und ganz der Wahrheit. Ist nämlich die Krankheit sehr fortgeschritten, so leiden die eigentlichen Kranken kaum mehr darunter. Wer darunter leidet sind die Familien, die mit dieser Situation vollkommen überfordert sind und kaum mehr wissen, was sie machen sollen. Glaubt mir – ich weiß, wovon ich rede.
Eine sehr gute Kampagne zum Thema Alzheimer. Daumen hoch für Saatchi & Saatchi für diese Werbung zum Thema Alzheimer:








lieber alper,
ja, sie errinnern sich nicht. aber the family remembers und wir tragen diese erinnerungen ein leben lang mit uns. übrigens habe ich festgestellt, dass es uns, je “zivilisierter” wir sind, umso schwieriger fällt, mit solchen krankheiten umzugehen. mensch muss ja perfekt funktioneren! solange es den ärzten nicht gelingt, diese krankheit zu behandeln und “wegzumachen”, ist die betreuung der angehörigen umso wichtiger, meine ich:)
Liebe Großtante,
dieses Ereignis in meiner Familie hat mein Leben vor einigen wenigen Jahren nachhaltig verändert und ich habe einen der wichtigsten Menschen meines Lebens verloren. Ja, wir tragen es ein Leben lang mit uns und es verändert einen. Nicht unbedingt zum schlechten aber es verändert uns.
Wir haben die Betreuung bis zum Schluss selber übernommen und das war besonders für meine Mutter sehr schlimm. Heute sage ich: Zum Glück ist es vorbei. Und das meine ich sowohl wegen der langen Qual, die der Kranke ertragen musste als auch die Zeit, die wir als Familie mit dieser schlimmen Geschichte leben mussten.
Hallo Alper,
vielen Dank für dieses Posting, das mich sehr berührt hat, denn auch mir geht es ähnlich wie dir. Deine Andeutungen zu den Ereignissen in deinem Leben könnten auch aus meinem Mund kommen, denn das gleiche ist auch bei uns geschehen. Es handelte sich zwar bei uns nicht um Alzheimer, sondern sogar noch um eine (m. E.) fiesere Krankheit, die jedoch anfangs die gleichen Symptome aufweist, sich aber dann innerhalb kurzer Zeit drastisch verstärkt, bis gar nichts mehr “da” ist. Auch für meine Mutter war diese Zeit sehr schlimm, und wir sind davon nachhaltig stark geprägt und gehen in vielerlei Hinsicht ganz anders mit unserem Leben um…
Also, wie gesagt, vielen Dank für das Posting!
Viele Grüße
Norman
Genau so ist es. Genau so.