Vorhin bin ich beim durchblättern meiner Feeds auf ein interessantes Plugin gestoßen welches analysiert, ob der Betrachter einen Ad-Blocker benutzt und diesen auch aktiv zum blocken der Webseite verwendet. Ist dem so, wird eine Nachricht angezeigt, die dem Nutzer vor Augen führen soll, was für Konsequenzen das für den Blogbetreiber hat und das man doch bitte den Ad-Blocker zumindest auf dieser Seite deaktivieren solle. Das Plugin findet man übrigens hier.
Nun kann man unterschiedlicher Ansicht sein, ob Werbung sinnvoll ist oder nicht. Es gibt die Leute, die lassen ihren Werbeblocker generell eingeschaltet, da sie sich immer durch Werbung gestört fühlen und keine Lust haben, sich damit auseinanderzusetzen. Fakt ist jedoch: Werbung stellt für viele Blogs eine Einnahmequelle dar, die nicht zu missachten ist. Sowohl der Betrieb eines Blogs kostet Geld (Server, Domains, Übertragungsvolumen etc.) als auch die eigene Arbeitszeit, die man damit verbringt. Jeder Nutzer, der also keinen Werbeblocker einsetzt, sorgt für eine kleine Einnahme, die zur Deckung dieser Kosten verwendet werden kann. Wenn es gut läuft, kann der Blogger sogar Gewinne erwirtschaften und diese Gewinne in seinen Blog stecken.
Ganz ehrlich: Ich habe prinzipiell nichts gegen Werbung. Solange sie eben nicht aufdringlich ist oder Auswirkungen auf mich selber hat. Auswirkungen haben zum Beispiel Layer-Ads (langsam wisst ihr ja, dass ich die hasse) oder Flash-Banner, die mit so viel Power vollgesülzt sind (Video plus Musik), dass ich wirklich merke, dass mein Browser damit so seine Schwierigkeiten hat – gerade wenn mehrere Tabs auf sind. Ich habe mir daher vor geraumer Zeit meine Gedanken darüber gemacht und handhabe das folgendermaßen:
Blogs, die ich regelmäßig besuche, kommen bei mir im Adblocker auf die Positiv-Liste. Das bedeutet, ich schalte die Werbung bei denen nicht ab, sondern lasse jede Werbung bei ihnen anzeigen. Dies gilt insbesondere für deutsche Blogs, die ich mit meinem Vorhaben unterstützen möchte. Hier und da klicke ich auch mal auf eine Google-Anzeige. Seiten, die irgendwann meine weiter oben dargestellten Werbeformen einsetzen, werden hingegen wieder komplett durch meinen Adblocker geblockt. Da kenne ich kein Pardon. Ich brauche wahrscheinlich nicht zu erwähnen, dass die meisten größeren Portale insbesondere die schwergewichtigen Flash-Banner einsetzen und ich diese daher lieber komplett werbefrei genieße.
Werbung ist wichtig und notwendig. Es kommt jedoch darauf an, wie man sie einsetzt. Aktuell habe ich mich dafür entschieden, eine Doppelstrategie zu fahren: Ich belohne meine Stammleser damit, dass ich auf der Startseite und in den aktuellen Seiten keinerlei Werbung anzeigen lasse. Kommt jedoch ein Besucher von einer Suchmaschine oder ist der Beitrag älter als einen Tag alt, wird die Werbung angezeigt. Momentan experimentiere ich mit Google Adsense und Amazon – habe gerade gestern meine Werbestruktur etwas geändert und bin gespannt, wie sich diese Veränderungen auf meine Einnahmen auswirken werden.
Ich kann jedem nur empfehlen, sich über das Thema Werbung im Web Gedanken zu machen. Insbesondere die kleinen Perlen im Internet haben es meiner Ansicht nach verdient, unterstützt zu werden. An die Seitenbetreiber: Werbung ist gut und ist in Ordnung. Aber übertreibt es nicht und – vorallem – nervt eure Stammleser nicht.







Ja man muss immer die richtig Mischung finden! Und wer LayerAds verwendet, verdient vielleicht kurzfristig etwas mehr, aber langfristig vergrauelt er damit seine Leser und die Einnahmen bleiben dann auch wieder aus. Also muss man sich immer gut überlegen, wie und wieviel Werbung man einblendet, damit man seine Leser nicht überstrapaziert! :)
Interessantes Thema!
Zunächst einmal zu dem von dir genannten Plugin – das finde ich fast kontraproduktiv.
Gerade einem Stammebesucher würde ich *keine* Werbung mehr zeigen, ihn quasi “belohnen”.
Gibt es eigentlich Statistiken, wer/wann/wo klickt?
Ich denke Stammbesucher klicken so gut wie nie auf Werbung…
Bei mir habe ich auch AdSense verbaut… immer einen Banner in der Sidebar. Bei Beiträgen handhabe ich das meistens so, dass ich diese im nachhinein mit Werbung beglücke – nämlich wenn ich sehe, dass das Thema bei Google & Co beliebt ist :-)
@Kloni: Richtig. Der Blogbetreiber hat durchaus das Recht, Werbung einzubinden, nur sollte sie den Leser nicht überfordern oder gar nerven.
@Marc: Es gibt Plugins die einem sagen, wie der Nutzer auf einer Seite geklickt hat und so weiter. Da dies jedoch meiner Ansicht nach eine extreme Ausspionierung meiner Nutzer wäre, habe ich das Plugin hier nicht installiert. Ich stimme mit dir überein, dass Stammnutzer (leider) sowieso fast nie auf Werbung klicken.
Ich weis nicht, ob ich meinen Bannerblocker ausschalten würde, nur weil mir die Webseite sagt ich soll das bitte lassen.
Das würde mir glaube ich spanisch vorkommen.
Sag mal gibt es ein Plugin für “Stammleser keine Werbung, Suchmaschinenbesucher bzw. Beitrag älter als einen Tag = Werbung”. Die Strategie gefällt mir und ich habe auch schon öfters von ihr gelesen, nur noch kein Plugin oder ähnliches hierzu gesichtet. Wie setzt Du das um?
@Crazy Girl: Ja, das Plugin gibt es – es nennt sich “Who sees Ads” und du kannst es dir hier runterladen.
Oh supi, Danke! Leg ich mir gleich für meine “to do-Liste” auf die Seite.
Also Anti-Adblock fänd ich auch sehr merkwürdig als Besucher und würde da auch sehr misstrauisch werden, wenn das auf einer (unbekannten) Seite erscheint.
Hatte lustigerweise heute eine ähnliche Diskussion, von wegen Werbung anzeigen… für alle oder nur für Suchmaschinennutzer.
Ich habe beides mal ne Zeit lang gemacht und keinen wirklichen Unterschied feststellen können. Vermutlich weil diejenigen, die direkt auf mein Blog kommen, sowieso zur internetaffinen Gruppe gehören und eben eher nicht auf Werbung klicken.
Teile auf jeden Fall deine Meinung bezüglich der Aufdringlichkeit von Werbung. Je dezenter, desto besser, desto eher die Wahrscheinlichkeit, dass ich auch mal klicke.
Prinzipiell finde ist den Gedankenansatz interessant behandelt. Die Frage ist, ob Amazon und Adsense unbedingt als die störende Werbeeinblendungen gilt, oder nicht inzwischen als ‘akzeptiert’ durchgeht. Idealerweise wählt man generell doch die Lösung, solche Werbung einzublenden, die zu den Lesern passt, sowie die selbst präferierten Brands unterstützt. In diesem Punkt versuche ich an einer solchen Lösung für meinen Blog zu arbeiten. Diskussionswürdig wäre auch die Frage, ob die Werbung auf Blogs den Unternehmen zukünftig als Branding und weniger als Affiliatemassnahme dienen könnte.
[...] mich sofort in die Flucht schlagen. Alper hat vor ein paar Tagen einen hervorragenden Beitrag zu Werbung auf Blogs veröffentlicht, der mich heute dazu veranlasst hat, hier eine kleine Umfrage zu starten, wie Ihr [...]
@Konna: Aufdringlich darf die Werbung für Stammnutzer definitiv nicht sein. Wie es mit Suchmaschinenbesuchern aussieht, kann man unterschiedlicher Auffassung sein. Auf der einen Seite können aus Erstbesuchern durchaus Stammnutzer werden. Auf der anderen Seite ist die Chance nicht besonders groß ;-)
@Martin: Das ist tatsächlich die Frage. Google glaube ich gilt als akzeptiert, da es eben überhaupt nicht stört. Nicht blinkt oder sonstwas. Bei Amazon weiß ich das ehrlich gesagt nicht so gut. Glaube die beste Werbemethode ist neben Google wohl der Sponsor-Partner. PS: Mail erhalten. Melde mich…
[...] Ob Werbung auf Blogs positiv ankommt und aufgenommen wird, ist in der Social Media Szene ein heiß diskutiertiertes [...]
Schön, dass es endlcih auch ein Plugin für WP gibt.
Ich pers. bin zwar ebenfalls strikter Gegner von Layer-ads (auch wenn ich zumindest auf einer Seite diese auch einsetze, schliesslich kann man nicht besser Geld verdienen) so bin ich auch strikter Gegner von Adblock. Wobei ich eh hauptsächlich IE Surfer bin ;) Aber auch dort gibt es Werbeblocker.
Ich glaube aber dieser Hinweis, der dann eingeblendet wird, ist sehr hilfreich für den User. Denn er erkennt dadurch, dass sich der Webmaster auch mit dem Problem auseinander gesetzt hat und nicht einfach nur Werbung auf die Seite packt.
Ein Satz wie “ich weiss Werbung stört und habe sie deshalb nur sehr dezent eingesetzt, gucks dir doch mal an” sollte bestimmt einige davon überzeugen den Blocker auszuschalten.
Und das Vorurteil nur DAUs klicken auf Werbung stimmt auch nicht denke ich. Auch wenn ich im Gehirn einen eigenen Werbeblocker habe und Werbung gar nicht wahrnehme beim Surfen, so kommt es dennoch hin und wieder vor, dass ich diese anklicke, eben weil sie mich interessiert. Und dasist ja Sinn der Sache, oder?
sehr schöner Artikel zum Thema Werbung! Ich blocke persönlich noch keine Werbung; aber sobald ich auf eine Seite komme, die mit Layer-Ads arbeitet, kommt sie sofort auf die schwarze Liste und wird nie wieder besucht…
@gentle.rocker: Ich arbeite generell mit einem Werbeblocker und schalte ihn dann ein, wenn die Seite mich wirklich nervt – ob nun durch Layer oder durch blinkende Flash-Banner. “Nie wieder besuchen” würde ich nicht sagen. Es ist ja auch “nur” eine Art, Geld zu verdienen…
Deine Werbestrategie ist interessant. Sind deine Stammleser denn dann auch entsprechend dankbar?
@mueller: Ja, sind sie. Aber es gibt auch Seiten, die mit so viel Mist gefüllt sind, dass die Betreiber extra mit manuellen Kommentaren Links sammeln müssen. So arm…aber ehrlich.