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Werbung: Lokalisten wirbt mit Todesstrafe durch den Strick

By on 18.02.2009

Manchmal frage ich mich ja, was einige Werbeleute so geraucht oder genommen haben, um die eine oder andere Werbung zu veröffentlichen. Nun kann man ihnen ja nicht wirklich böse sein. Kreative haben meistens ausgefallene Ideen, die teilweise zu hart oder zu „krank“ sind, um sie dem breiten Publikum vorzustellen. Wenn dann jedoch die Verantwortlichen solch eine Werbung dann auch noch freigeben, dann verstehe ich die Welt nicht mehr.

Die Agentur DDB in Berlin hat eine Kampagne für Lokalisten.de veröffentlicht, die es in sich hat. Unter anderem wird mit der Todesstrafe durch Erhängen geworben. Die scheinbar logische Geschichte dahinter: Man weiß nie wo, man weiß nie wann – ein Freund kann einem überall begegnen und einem helfen. Und so hat die Geschichte hier denn auch ein scheinbares Happy End. Der Hauptdarsteller wird durch den Henker gerettet und die anderen Opfer, wohl keine Mitglieder von Lokalisten.de, baumeln tot an ihrem Strick. WTF!!! (via Coloribus)

Update: Wie turi2 berichtet, ist der Hauptgesellschafter SevenOne Intermedia (ProSieben.Sat.1-Gruppe) sehr schockiert über diese Kampagne. Laut dem Unternehmenssprecher hätten die Lokalisten den Entwurf der Werbeagentur DDB Berlin bis gestern nicht einmal gekannt. Scheinbar habe die Agentur kein explizites Mandat gehabt sondern sei von sich aus aktiv geworden. Die Agentur wurde laut dem Bericht von turi2 umgehend abgemahnt.

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46 Comments
  1. Nicolai

    18.02.2009

    Mal abgesehen von der schlechten Umsetzung ist die Idee wirklich ein Griff ins Klo.

  2. Anja

    18.02.2009

    @Nicolai – das ist aber mal äußerst milde ausgedrückt…. Schließe mich Deiner Meinung voll an.

  3. Andi

    18.02.2009

    Hallo,

    sorry, aber mit solch einer Geschmacklosigkeit hat ja wohl sowohl Lokalisten wie auch die Werbeagentur ziemlich fies neben die Tüte gekotzt !

    Grüße, Andi

  4. PuNkBaStaRd

    18.02.2009

    alter schwede, dass ist ja mal die miesest werbung was ich je gesehen habe… armutszeugnis würde ich sagen! :-D

    glg°°

  5. Alper Iseri

    18.02.2009

    @Nicolai: Gibt ja noch einige weitere Motive. Die sind nicht ganz so krass, aber auch ein wenig krank. Aber diese Werbung ist doch wirklich verrückt.

    @Anja: Mal schauen, ob sie die Werbung zurückziehen oder zumindest Stellung dazu nehmen.

  6. Silvi

    18.02.2009

    Völlig geschmacklos. Und ohne Deine Erläuterungen hätte sich mir der „Sinn“ dieser Werbung nicht erschlossen. Das wiederum kann ja nicht der Sinn einer Werbung sein. Tzz …
    LG Silvi

  7. klaus

    18.02.2009

    die idee ist super ihr neider!

  8. Mena

    18.02.2009

    das Ziel ja nicht verfehlt …man disputiert fleißig …

  9. Blub

    18.02.2009

    Ist Fake, oder?

  10. Alper Iseri

    18.02.2009

    @Blub: Also bei Coloribus habe ich bislang keinerlei Fake-Werbung entdeckt. So abstrus ist die Werbung dann nicht, dass sie ein Fake sein sollte. Sie ist einfach nur Scheiße *g*

  11. NA-JA

    18.02.2009

    Ihr habt wirklich keinen Humor! Wo bitte ist denn da die angebliche Werbung für die Todesstrafe. Nun macht aber mal halblang …

  12. Alper Iseri

    18.02.2009

    @Na-Ja: Kennst du den Unterschied „Wirbt mit Todesstrafe“ und „Wirbt für Todesstrafe“? Ja? Dann herzlichen Glückwunsch ;-)

  13. Christoph

    18.02.2009

    Für so Web-2.0-Geblubber wie die Lokalisten gibt es keine schlechte Werbung. Alleine dass diese Werbung es wohl durch die Blogosphäre schaffen wird, zeigt, wie gut die Werbung gelungen ist, und bringt den Lokalisten wohl mehr ein, als jede geschmackvolle Werbung. Also das Beste was man machen kann: Nicht drüber reden, und hoffen, dass keiner es mitkriegt.

  14. Alper Iseri

    18.02.2009

    Ich weiß gar nicht, ob das so beabsichtigt war Christoph. Hast du dir mal die beiden anderen Poster angesehen? Die sind jetzt auch nicht brilliant aber absolut in Ordnung. Nur dieses hier war ein Griff ins Klo…bzw. an den Strick ;-)

  15. freepuke

    18.02.2009

    Die Werbung ist doch super – provokant, viral, witzig und ne Message. Ich würd sagen die Werbeagentur hat gute Arbeit geleistet.

  16. carnationberlin

    18.02.2009

    dieses „lokal“ betrete ich nicht: braune gesellen mit todesstrafe

  17. nexuslex

    19.02.2009

    Schmunzeln musste ich schon.
    gab es mal eine Werbung mit Tom und Jerry?

  18. Alper Iseri

    19.02.2009

    @freepuke: Ich weiß nicht. Nicht jede Idee muss veröffentlicht werden. Die anderen Veröffentlichungen mit den Kanibalen oder dem Banküberfall sind ja noch in Ordnung aber unbedingt die Todesstrafe für sowas auszuwählen? Und am Schluss wird der Rest gerettet und die Nicht-Lokalisten verrecken am Strick? Das ist zu krass…

    @carnationberlin: Also „braune Gesellen“ finde ich überhaupt nicht angebracht. Schlechte Umsetzung ja, aber ich glaube nicht, dass da böser Wille dahintersteckt.

    @nexuslex: Also die Werbung von Tom & Jerry, an die ich mich erinnere, war meiner Ansicht nach überhaupt nicht schlimm. Hier ein Beispiel dafür: Werbung für den Opel Corsa.

  19. Redscreen

    19.02.2009

    das ist einfach nur geschmaklos

  20. Kristin

    19.02.2009

    Also kreativ ist es ja, das muss man zugeben. Aber ich finde es doch etwas grenzwertig. Das Thema „Es ist gut, Freunde zu haben“ hätte man sicherlich auch irgendwie anders kommunzieren können. Aber hey, es klappt doch! Man spricht drüber :-)

  21. Alper Iseri

    19.02.2009

    @Redscreen: Sehe ich genauso.

    @Kristin: Das es nicht kreativ ist, sagt ja auch niemand. Und sicher spricht man jetzt darüber. Aber man hat auch über das XING-Debakel gesprochen. Gut ist so etwas für ein Unternehmen meiner Ansicht nach überhaupt nicht.

  22. Tim

    19.02.2009

    Wie kann man auch bloß auf die Idee kommen, Werbung ausgerechnet einer Werbeagentur zu überlassen …

  23. Dominic

    19.02.2009

    Was mich nur wundert ist, dass so wenig über die gestalterische Umsetzung gesprochen wird. Meines Erachtens werden da nur wieder Stereotypen bedient (zB. bei dem Plakat mit den Kannibalen, „in Afrika kommste auch heute noch in den Topf“), und zwar schlecht.

    Solch eine Werbung als „OK“ zu bezeichnen, oder nicht zu verurteilen zieht einen Rattenschwanz an noch geschmackloseren Anzeigen/Motiven/Whatever nach sich. Das ist nunmal so.

  24. Rob

    19.02.2009

    Schlechte Publicity ist auch Publicity…

    In diesem Falle aber absolut geschmacklos – und vor allem nicht „witzig“!

  25. Mena

    19.02.2009

    sie zeigt doch wirkung! und darum geht’s doch u.a….

  26. Christoph

    19.02.2009

    Genau das habe ich mit meinem Kommentar gemeint. Egal, wie es Aufmerksamkeit erregt – Hauptsache es erregt Aufmerksamkeit.

  27. Marc

    19.02.2009

    Das diese Werbung panne ist, mal beiseite gelassen…

    Aber welchen Grund gibt es für die Abmahnung?
    Irgendeine Werbe-Agentur ergreift Initiative und präsentiert eine mögliche Werbung.
    Dafür kann man wirklich abgemahnt werden?
    *grübel*

  28. Thorsten

    20.02.2009

    Klar das auch negative Werbung auffallen kann, aber wiegt es den möglichen Imageschaden auf? Ich denke mal nicht, zumal sich der Vorfall einreihen wird in StudiVZ´s Videos mit den an Schweine verfütterten Vegetariern und dem in den letzten Tagen erst passierte Werbegau mit XING, wo man geschasste Mitarbeiter mit einem Fallschirm vor dem sicheren Tod retten sollte, da diese aus Verzweiflung aus den Fenstern eines Hochhauses sprangen.

    Und ganz im Ernst. Ich persönlich finde die Kombination einer morbiden Werbung in der Art der alten Kolonialzeichnungen mit anscheinend farbigen Akteuren ziemlich grenzwertig. Keine Sorge ich bin mehr als locker. Aber aus Sicht eines Unternehmens oder Agentur finde ich das mehr als dämlich.

  29. Andreas

    20.02.2009

    Mittlerweile scheint klar, die Entwürfe hätten nie veröffentlicht werden dürfen. Aber offensichtlich ist das Konzept so weit gediehen, dass die Agentur die Strips als mögliches passendes Konzept für den Kunden in Betracht gezogen hat. Schon erstaunlich. Die Botschaft der widerlichen Stories ist nämlich nicht nur „It’s good to have friends”, sondern auch, dass man auf dem beworbenen Portal Henker, Kannibalen und Gangster treffen kann. Welches Verständnis hat eine Agentur von ihrem Kunden, wenn sie diese Aussage ernsthaft in Betracht zieht?

    Vielleicht ist es wirklich der verzweifelte Versuch Resonanz zu erzeugen, aber dann haben die Beteiligten dem Viral-Marketing-Getue nur einen Bärendienst erwiesen.

  30. jack

    20.02.2009

    Die Werbung ist gut, witzig, kreativ und erfüllt ihren Zweck und ihr seid humorlose Heuchler!

  31. Stefan

    05.04.2009

    Ich bin der Meinung dass hier klar über das Ziel hinausgeschossen wurde. Es ist sehr makaber. Es gibt sicherlich viele Möglichkeiten, wie man demonstrieren kann, dass es ist gut ist Freunde zu haben.

  32. Mikroula

    07.04.2009

    Also.. ich persönlich finde es nicht so schlimm wie es von allen hier dargestellt wird.. ob man das mit den freunden jetzt anders herausbringen hätte können, sei dahingestellt.

    aber ein bisschen mehr humor liebe leute.. nicht immer alles gleich soo schlimm sehen. in einer welt wie wir sie heute haben..!

  33. claudia

    28.10.2009

    naja das ziel wurde zumindest nicht verfehlt. man diskutiert drüber und die, die es nicht kennen gehen mal auf die internetseite um zu schauen was sich dahinter verbirgt und werden evtl mitglied…
    erinnert mich ein bisschen an die werbung eines bestattungsunternehmens in der u-bahn „kommen sie doch näher“ und dabei fällt man dann auf die gleisen…
    schwarzer humor…

  34. Thorsten

    17.05.2010

    „Was mich nur wundert ist, dass so wenig über die gestalterische Umsetzung gesprochen wird. Meines Erachtens werden da nur wieder Stereotypen bedient (zB. bei dem Plakat mit den Kannibalen, “in Afrika kommste auch heute noch in den Topf”), und zwar schlecht.

    Solch eine Werbung als “OK” zu bezeichnen, oder nicht zu verurteilen zieht einen Rattenschwanz an noch geschmackloseren Anzeigen/Motiven/Whatever nach sich. Das ist nunmal so.“

    Kann mich diesen Worten nur anschliessen.

  35. dynamind mödling

    18.09.2010

    Geschmack ist Ansichtssache und (gute) Werbung emotional. Manches geht allerdings zu weit. Um jeden Preis Aufsehen zu erregen ist nicht nur pietätlos, sondern auch nicht unbedingt dem Unternehmen das diese Art Werbekampagne bucht zuträglich. Ich habe allerdings auch schon Menschen kennengerlernt, denen jedes Mittel Recht ist um medial präsent zu sein. Sagen wir in diesem Fall mal so:
    Weniger wäre mehr gewesen, man wundert sich allerdings schon.

  36. ultracolor

    06.10.2010

    Auffallen durch Umfallen!!

    Die Methode ist schon sehr pubertär.
    Ich finde es einfach geschmacklos.

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ALPER ISERI
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meetinx.de ist ein Blog von Alper Iseri. Ich bin Berater für Digitale Medien und lebe in der Hansestadt Bremen.

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