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| 17. Juli 2009

Werbung: Matchbox wirbt mit Krieg für Kinder

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Eine der schlechtesten Werbekampagnen die ich je in meinem Leben gesehen habe, hat die Firma Matchbox nun veröffentlicht. Matchbox waren für mich in meiner Kindheit immer die kleinen netten Autos, um die sich damals alle Kinder gerissen haben. Hot Wheels und wie sie nicht alle hießen. Tolle Bahnen, tolle Autos, toller Spaß. Was sich Matchbox aber nun mit ihrer neuen Kampagne gedacht haben, kann ich nur mutmaßen. Heraus gekommen ist nämlich eine Kampagne, die Kinder in echtem Kriegsgerät zeigt und wohl aufzeigen soll, dass Kinder in ihrer Fantasie mit Matchbox-Produkten die echte Realität erfahren können und sich selber an den Schauplätzen sehen, wo sie schon immer sein wollen.

Matchbox hat mit dieser Kampagne voll ins Klo gegriffen. Ich kann nicht verstehen, wie man so etwas gestalten geschweige denn freigeben kann. Und um die Vollhonks auch mal öffentlich zu machen: Ogilvy & Mather in Singapur sind für diese Kampagne verantwortlich. Executive Creative Director Todd McCracken und Art Director Anthony Tham haben sehr gut bewiesen, dass sie aus Scheiß-Ideen auch wirklich Scheiß-Kampagnen entwickeln können. Daher der Daumen nicht nur runter sondern ein wahrer Griff ins Klo.

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Alper Iseri

Gründer von meetinx und Berater für Neue Medien. Preisträger des Deutschen Dialogmarketing Preises (DDP) sowie des Art Directors Club Awards (ADC). Weitere Infos gibt es auf Google+.


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15 Responses to Werbung: Matchbox wirbt mit Krieg für Kinder

  • nastorseriessix 17. Juli 2009

    Die Werbeleute von Matchbox steckten wohl eher bis zum Hals im Klo, als nur ein Griff ins Klo!

  • Andy 17. Juli 2009

    Alos ich finde die da kann ich mich deiner Meinung Alper nur anschließen.Es ist echt der Hammer mit welchen Mitteln hier gearbeitet wird, aber es wird bestimmt mal wieder leider Gottes erfolgreich.

  • Reik 17. Juli 2009

    Aus Kreisen ist zu hören, dass die Firma REINMETAL im Gegenzug in Zukunft nur noch Holzpanzer bauen wird. Da fällt mir gerade ein: ich muss noch ein paar Panzer für das Wochenende kaufen – als Hüpfburg für ein Sommerfest:

    Vielleicht braucht noch jemand einen? Wenn ich 5 nehme, bekomme ich eine Panzerabwehrrakete on top.

    Rührt Euch!

    P.S. Wie matsche in der Birne muss man denn bei Matchbox sein…

  • Peter 17. Juli 2009

    Kriegsspielzeug also Panzer und so hatte Matchbox auch als ich noch ein Kind war. Ich kann mich noch wage erinnern das wo ich so 6 oder 8 war (1970 oder 1972) ich ein Matchbox Panzer bekam. Ob dies ein Einzelfall damals war oder diese in größere Serien hergestellt würden kann ich nicht sagen.

    Auch Bausatzhersteller wie z.B Revell hatten viel Modelle die von Kriegsgerät abgeleitet würden.

  • Ringo 17. Juli 2009

    Wirklich krass. Sowas gehört verboten!

    Die sollten lieber mit der im Vergleich zur Konkurrenz guten Qualität Ihrer Spielsachen werben. Ist mir gerade erst diese Woche wieder aufgefallen, als ich mit meinen Kids und einer Kiste voll Miniatur-Autos aus meiner Kindheit im Sandkasten spielte.
    Die einzig gut verarbeiteten Autos, waren die mit der Matchbox-Prägung am Boden!

  • Kay vom Optikerblog 17. Juli 2009

    Hey Alper,

    ich glaub von dir hab ich noch nie eine derart harte Kritik gelesen. Völlig zu Recht.. find ich gut deinen Standpunkt.

    Grüße

    Kay

  • Millus 17. Juli 2009

    Wäre ich ein kleiner Junge, würde ich die Werbung cool finden, da ich jetzt aber ein Erwachsener bin, muss ich Alper recht geben. Aber hier muss man wieder überlegen, es gibt soviele Games und Filme (und Zeichentrickserien), die auch Kids mit Waffen etc. zeigen und das schon seit Jahren.
    Harry Potter z.B. benutzt Magie als Gewaltmittel um sich durchzusetzen. Er hält einen Zauberstab als Waffe auf die Gegner gerichtet und schießt damit auf seine Feinde etc.

    In der Werbung sieht man auch die Kinder nicht in Kriegshandlungen, also nicht am Abzug, damit haben die Werbemacher noch die Kurve gekratzt.

    Wer weiß, vielleicht versucht man so schon die Kids in Usa auf die ganzen kommenden (Welt-) Kriege vorzubereiten. Wer weiß wer die Besitzer von matchbox sind etc.

  • Chris 18. Juli 2009

    Schlimm! Anstatt Waffen sollten Bibliotheken gebaut werden!!!

  • fast 18. Juli 2009

    “Und um die Vollhonks auch mal öffentlich zu machen:”

    Deine Wortwahl gefällt mir … und trifftst damit auch meine Meinung …

  • Florian Hoppe 18. Juli 2009

    Was schlechteres im Werbebereich ist mir noch nicht untergekommen. Schön das du uns hier aufklärst.
    Ich hoffe Matchbox widerfährt ein großes negatives Echo im Bezug auf diese Werbekampagne, wenn es dann nicht klick macht gehört denen meiner Meinung nach die Lizenz zur Produktion von Spielzeugen entzogen.

  • Tari 18. Juli 2009

    Wirklich geschmacklos von Matchbox. Jeder Spielwarenhändler der was auf sich hält, verkauft überhaupt kein Spielzeug was auch nur im entferntesten mit Krieg zu tun hat. (ich habe Spielwarenverkäuferin gelernt). Und da kommst jetzt eine Firma daher – eine namhafte dazu – und “wirbt” auch noch damit… das letzte!!!

  • André 19. Juli 2009

    Hmm,
    ich muss mich da Millus anschließen.
    Als Erwachsener finde ich die Kampagne nicht gut, das ist klar. Nur sind wir halt auch nicht annähernd die Zielgruppe.

    Ich erinner mich noch gut daran, dass auf den Matchbox-Panzer Verpackungen früher auch immer relativ realistische Abbildungen zu sehen waren.
    Beispiele: 1 2

    Man muss also irgendwie schon die Zielgruppe mit betrachten.
    Ich finde es trotzdem net gut, auf diese Weise zu werben ^^

  • OlafKolbrueck 20. Juli 2009

    Der Markt in Singapur, und nur für den lokalen Markt scheint mir die Kampagne gemacht, tickt ein wenig anders. Dort hat man gegenüber Kriegsspielzeug einen anderen kulturellen Zugang und weniger Hemmungen davor. Du bekommst es dort in jedem Spiele-Laden offen, großzügig präsentiert und mit Begeisterung angeboten. Mit anderen Worten: In Singapur sind die Motive überhaupt kein Aufreger in Sachen P.C.

  • chris 20. Juli 2009

    Da hat Matchbox wohl einen Werbebudget von der Army erhalten ;) ich finde es schlimm, ach was Niveaulos auf solche Art und Weise für Waffen & Krieg zu werben.

    Chris hat vollkommen Recht: “Anstatt Waffen sollten Bibliotheken gebaut werden!!!”

  • Alper Iseri 20. Juli 2009

    @all: Danke für eure Rückmeldungen. Wie OlafKohlbrueck schon sagt heißt es ja nicht umsonst “Andere Länder, andere Sitten”. Ich glaube hier in Deutschland wäre dem Unternehmen verbal der Kopf abgehackt worden ;-)

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