Was vor einigen Tagen passiert ist, muss ich sicher nicht jedem erklären. In Kurzfassung: Ein Radiosender hat sich einen Spaß erlaubt und sich als Müntefering ausgegeben. Dann das Büro von Ypsilanti angerufen und mit Frau Ypsilanti rund 7 Minuten lang telefoniert. Erst am Ende des Telefonats wurde ihr mitgeteilt, dass dies ein Scherzanruf sei. Sie hat der Veröffentlichung sofort widersprochen. Dennoch ist einige Tage später ein Ausschnitt dieses Gesprächs von einem Unbekannten veröffentlicht worden – insgesamt rund 1:45 Minuten. Diese sind auch schon ziemlich brisant und hat hohe Wellen geschlagen. Frau Ypsilanti hat Strafanzeige gestellt, die Polizei jagt den Täter und was wir uns sicher alle fragen: Wo ist der Rest des Gesprächsmitschnitts?
Es gibt ja wilde Spekulationen darüber, warum nur ein kleiner Ausschnitt davon online gestellt worden ist. Diesen möchte ich mich hier ganz und gar nicht mit anschließen. Fakt ist, dass 5 Minuten davon fehlen und das es einen Grund gegeben hat, warum diese 5 Minuten nicht online gestellt worden sind.
So oder so hat Frau Ypsilanti ein heftiges Problem. In Hessen hat sie ihren Ruf komplett verspielt. So oder so wird sie meiner Ansicht nach bei den nächsten Wahlen nicht erneut gewinnen. Aber: Leid tut sie mir ganz und gar nicht. Dieser Fall zeigt nämlich eines:
Viele Politiker verhalten sich wie harte Konkurrenten in einem Wirtschaftskampf. Es geht um persönliche Machtgeilheit und um Machtsicherung. Wie sonst kann man sich erklären, dass Frau Ypsilanti einfach so ein Versprechen bricht und sich zur Ministerpräsidentin wählen lassen möchte? Aber es geht ja noch weiter: Abhöraktionen gegen Bürger werden legitimiert – ausgenommen natürlich die Politiker. Rechner dürfen nur durch einen Verdacht durchsucht werden – natürlich nicht von Politikern. Und Steuern und Abgaben werden erhöht – nur nicht bei den Politikern.
Bei mir hat die Politik einen extrem schlechten Ruf. Das ich sie nicht völlig und ganzheitlich in Frage stelle liegt nur an solchen Menschen wie Dagmar Metzger, die sich von Anfang an und gegen die komplette Partei gegen diese Lügerei entschieden hat. Meine Hochachtung für diese Frau.
Auch wenn es prinzipiell natürlich nicht in Ordnung ist, dass ein Gespräch einfach so abgehört worden (und sogar veröffentlicht worden ist) – jetzt weiß Frau Ypsilanti nun einmal, was jedem einzelnen Bürger passieren kann (und sicher bei einigen schon oft genug passiert ist) – nämlich einfach so Gespräche abzuhören und anderen zur Verfügung zu stellen. Und das sorgt sicher nicht nur bei mir für eine gehörige Portion Schadenfreude.
Eine Spekulation kann ich mir am Schluss doch nicht verkneifen: Irgendwie sagt mir meine innere Stimme, dass der Rest des Bandes auftauchen wird und zwar genau dann, wenn es Frau Ypsilanti am wenigsten gebrauchen kann: Kurz vor der Abstimmung, bei der sie sich entgegen ihres Versprechens gemeinsam mit den Linken zur Ministerpräsidentin wählen lassen wird – oder – wenn Koch nun doch das hessische Parlament auflöst und die Wahlen anstehen.
Ich freue mich sehr darauf ;-)







Ich begreife einfach nicht, wie man so eine bodenlose
Verletzung der Persönlichkeitsrechte von Frau Ypsilanti
als “einen Spaß erlaubt” bezeichnen kann.
> Auch wenn es prinzipiell natürlich nicht in Ordnung ist…
Ich begreife es echt nicht! Und dabei geht es nicht
darum, ob mir Frau Ypsilanti sympatisch ist – ist sie
nämlich nicht! Hier geht es darum, ob uns unsere Persönlichkeitsrechte noch einen Pfifferling wert sind,
oder ob wir sie nun endgültig an quotengeile Radiosender
verschachern wollen.
Heiners zuletzt geschriebener Artikel: I love our Blog
Das Wort “Spaß” ist meiner Ansicht nach nicht sehr einfach zu definieren. Was für jemanden eine bodenlose Frechheit ist, ist für den anderen einfach schwarzer Humor. Ich denke gerade in diesem Fall gibt es eben viele die es als Spaß kennzeichnen und andere nicht.
Natürlich ist es nicht in Ordnung Heiner und da hast du recht. Aber es tut trotzdem mal gut zu sehen, dass auch Politiker nicht davor davor geschützt sind, das ein privates Telefonat, persönliche E-Mails oder sogar vertrauliche Gespräche mitgeschnitten und dann anderen zugänglich gemacht werden. Das passiert nämlich Tag für Tag mit dem Dritten Stand – nämlich uns normalen Bürgern. Der Adel – hier die Politiker – sind davor natürlich geschützt. Wen wundert das bloß…
Das ist wie die alte Frage mit Fotos von Prominenten. Frau Y steht nun mal sehr stark in der Öffentlichkeit und hat daher eben nicht die selben Rechte auf Schutz der Privatsphäre – insbesondere wo sie ja mit ihrer Berufswahl sich freiwillig eben dieser Schmälerung der Privatsphäre ausgesetzt hat.
Und insbesondere da es hier um ein dienstliches Telefonat ging, bei dem (soweit ich das sehe) keine familiären oder privaten Sachen ans Licht gekommen sind, sehe ich nicht warum es sich hierbei um schützenswerte Informationen handeln sollte…
Aber an einer anderen Stelle stimme dir nochmal absolut zu Alper, der Rest des Telefonats könnte schon sehr bald “ganz zufällig” in der entscheidenden Phase in Hessen auftauchen ;)
Na mal schauen ob es tatsächlich dazu kommt. Die Probeabstimmungen liefen ja schon erfolgreich, wobei das ja nichts zu sagen hat. Will jemand Ypsilanti schaden, dann wird er bei der Probeabstimmung schön mitmachen und dann, wenn es darauf ankommt, ihr die Stimme versagen *harhar* Hoffen wir, dass es so passieren wird…
Ich glaub da zählt einfach nur noch beten das einer vom modernen Flügel der Hessen-SPD dem Spuck ein Ende macht und damit auch Frau Y’s politische Karriere endgültig killt…
Warum wird eigentlich nicht Dagmar Metzger zur Parteivorsitzenden? Sie ist die Einzige, die bis zuletzt und auch in der Probeabstimmung ihr Wort hält und gegen Ypsilanti stimmt…
[...] ihr eigenes Versprechen ihren Willen durchsetzen. Das ist nun endgültig gescheitert. Und ich freue mich wahnsinnig darüber. Solche Menschen wie Ypsilanti, die mit solchem Stolz und [...]